331
1913; Ergänzungsband 1 der Zeitschrift für handelswissensehaftliche For
schung, Leipzig 1910: Bing: Die Grundlagen der Selbstkostenberechnung im
Eisenbahnwagenbau, und Schrey, Fabrikbuchführung und Selbstkostenberech
nung beim Bau von Eisenbahnwagen; Ergänzungsband II. Leipzig 1911:
Pfeiffer (Maschinenbau und Gießerei); Moeser (Maschinenfabrik mit Eisen
gießerei); Dehez (Dampfkessel, Maschinenbauanstalt); Gl unk (Fabrik land
wirtschaftlicher Maschinen mit Eisengießerei und Handelsabteilung). In der
Zeitschrift für handelswissenschaftliche Forschung. 3. Jahrgang,
S. 1 f. (Bestellungswesen und Einzelverrechnung in Maschinenfabriken.) 4. Jahr
gang, S. 94 ff. (Kuse, Selbstkostenberechnung der Werkzeugfabrikation mit
verschiedenen Artikeln), S. 225 ff. (Leb eis, Selbstkostenberechnung einer Fabrik
für Beleuchtungsartikel.) Hartleib, Lohnbuchführung mit besonderer Rück
sicht auf die Maschinenfabrikation, 2. Aufl., Leipzig 1907.
Im Maschinenbau scheint man, seit man überhaupt anfing zu
rechnen, stets die produktiven Löhne als den geeignetsten Ver
teilungsmaßstab angewendet zu haben, a) Die Kalkulationsformeln
waren einfach wie die Betriebsverhältnisse selbst: Materialkosten
-{- Löhne -{- 100’%' Unkosten auf die Lohnsumme. Es wird behauptet,
daß heute noch diese ebenso einfache wie falsche Formel in einigen
Betrieben zur Anwendung kommt, insbesondere dort, wo die Fabrik
ohne Konkurrenz arbeitet und der geforderte Preis vom Konsumenten
bezahlt werden muß. Der Durchschnittsaufschlag ist heute
noch geeignet für Betriebe mit gleichmäßiger Massenfabrikation und
für Spezialfabriken, die nur einen Gegenstand erzeugen *). Ein Durch
schnittsaufschlag kommt auch bei Voranschlägen zur Anwendung,
b) Schon Bailewski (Kalkulation für Maschinenfabriken, Magde
burg 1877, 2. Aufl. 1880) wies auf die Unzulänglichkeit eines
Durchschnittsaufschlages für den ganzen Betrieb hin und forderte
die Berechnung der Werk Stattunkosten sowie die Verteilung
der Generalkosten auf die produktiven Löhne der Werkstätten.
1903 wurde diese Forderung von Benjamin in der Zeitschrift
des Vereins deutscher Ingenieure wieder aufgenommen, 1904 von
Sp er lieh (Reform der Unkostenberechnung in Fabrikbetrieben.
Hannover 1904. 2. Aufl. unter dem Titel Unkostenkalkulation. 1906)
wiederholt und seit dieser Zeit von allen Theoretikern und Praktikern
vertreten. Die Differenzierung der Unkosten nach Fabrik
abteilungen ist insbesondere notwendig, wenn der Wettbewerb und
die zunehmende Vielseitigkeit der Fabrikation zu scharfem Rechnen
zwingen.
c) Die zunehmende Differenzierung der Arbeitsmethoden, die
Mechanisierung und Automatisierung des Arbeitsprozesses ließen
auch die Werkstattauf schlage in vielen Fällen unzulänglich ler-
ischeinen. West — in der deutschen Industrieizeitung 1905: Fälsche
’) Über einen ähnlichen Pauschalzuschlag berichtet Dribbusch, Kalkulation
und Generalienberechnung der Sägewerke und Holzbearbeitungsbetriebe.
Berlin 1910.