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Fritschsche Stiftung.
Von der 1857 zu Berlin t Rentiere Frits ch, geb. Wach smut h
herrührend; Kapital 1500 Thlr. Die Zinsen sollen an einen armen,
aber fleißigen und redlich strebenden Mann bei seiner Etablirnng aus
5 bis 10 Jahre geliehen werden. Wenn das Kapital durch die Rück
zahlung der vorgeliehenen Zinsen auf 2000 Thlr. angewachsen sein
wird, so sollen die Zinsen davon alljährlich an zwei Männer, welche
die oben bezeichneten Eigenschaften besitzen, geschenkweise vertheilt werden.
Die Stiftung steht unter Aufsicht des Polizei-Präsidii.
Andreas Fritze,
Kirchen-Vorstehcr, legirte im Jahre 1772 der St. Ulrichskirche zu Mag-
dcburg für ihre Prediger-Wittwen 500 Thlr. Die Zinsen sollen unter
die Wittwen vertheilt und in Vacanzfällcn dem Kirchen-Aerar zu Gute
kommen. Das Kapital beträgt jetzt 566; Thlr.
Joh. Nikolaus Fritze.
Bei Gelegenheit der am 14. Juni 1823 stattgefundenen 50jährigen
Dienst-Jubelfeier des damaligen Pastors an der St. Ulrichökirche zu
Magdeburg, Subseniors Fritze, stiftete das Kirchen-Kollegium ein
Prediger-Witthum für diese Kirche. Bürgermeister Oppermann
verstärkte den Fonds mit 100 Thlr. aus dem Ertrage einer Schrift.
Die Zinsen werden so lange zum Kapital geschlagen, bis dieses die
Summe von 500 Thlr. erreicht hat. Alsdann soll, wenn eine Pre
diger-Wittwe vorhanden ist, diese die Zinsen beziehen; sind zwei Witt-
wen vorhanden, so theilen sie sich darein. Sollte cs aber an einer
Wittwe fehlen, so sollen die Zinsen dem bei der Kirche verwalteten
OpPermannschen Stipendium (s. d.) zur Vergrößerung seines Ka
pitalfonds zufließen. Am Schlüsse des Jahres 1861 betrug das Ka
pital 393 Thlr.
Fröbelsche Kindergärten zu Berlin.
Seit 3 Jahren von einem Frauen-Verein in verschiedenen Gegelidetl
der Stadt begründet, nehmen die zur Zeit bestehenden Gärten etwa
300 Kinder im Alter von 3—6 Jahren auf. Der Verein, welcher auch
eine Bildungs-Anstalt für Kindergärtnerinnen und eine Anstalt zur
Ausbildung von Kinderpflegerinnen und Kindermädchen errichtete, hatte
1864 eine Einnahme von 5464 Thlr., Ausgabe 4627 Thlr.
Severin Fröfesche Stiftung zu Königsberg.
Die Verwaltung steht dem Magistrat zu. Das Kapital beträgt etwa
2000 Thlr. und der Stifter bestimmte, daß die Zinsen zur Unter
stützung zweier verarniten Garnmäkler zu verwenden seien.
Armen-Stiftung Frye-Bendt zu Münster,
begründet 1755 von dem Bürgermeister Heinrich Ven dt und dem
Liccntiaten Heinrich Frye. Der Kapital-Fonds beträgt zur Zeit
102,000 Thlr. Ein mit der Stiftung verbundenes Armenhaus nimmt
36 Pfründner auf; außerdem erhalten städtische Arme Unterstützungen.
Die Verwaltung der Stiftung und die Verleihung der Stellen steht