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In einer Urkunde 1 vom 2. Juni 1256 verleiht Bischof Bruno von
Olmütz einem Helmbrecht vom Turme einige Güter im Slawitschinen
Kreise zu Lehen und fügt noch hinzu:
„Praeterae, si per tuam vel aliquorum industriam in eodem
districtu in nostris vel in tuis bonis metallum cujuscunque generis
inventum fuerit, plumbum, stannum, ferrum sive cuprum, vel eciam
sal repertum fuerit, de omnibus his, excepto duntaxat auro et
argento, medietas et continget.“
Der Bischof hatte die von ihm verliehenen Güter vom Herzog von
Oppeln erhalten, und es ist anzunehmen, daß ihm dieser auch das
Bergwerksprivilegium mit verliehen hat. Der Genehmigung des deutschen
Kaisers bedurfte er nicht. Der Bischof verfügte übrigens in derselben
Urkunde auch über einen Markt und einen Zoll in der Stadt Zlawitzin.
Daß am 16. Dezember im Jahre 1256 2 der König Bela IV. von
Ungarn über Bergwerke verfügte, ist weiter nicht auffällig.
Rücksichtlich der tyrolischen Edlen Migazzi von Rasura, welche
nach einer kurzen Mitteilung v. Sperges (S. 49) im Jahre 1259 auch venas
metallicas besessen haben, ist auf dasjenige hinzuweisen, was bei den
Herren von Matsch gesagt wurde.
Auch daß die Erben Tregel und von Erbecke im Jahre 1273 3
„utilitas que in metallo sub terra provenire poterit“ besaßen, läßt sich
mit der Annahme des Bergregals vereinen 4 . Wenn die mächtigsten
deutschen Fürsten damals der kaiserlichen Verleihung bedurften, um
auf ihren Besitzungen Bergbau zu treiben, so darf man voraussetzen, daß
Tregel und von Erbecke ihre Bergwerke vom Kaiser oder von einem
mit den Bergwerken beliehenen Fürsten (Erzbischof von Köln oder
Abt von Corvey) erhalten haben. Und selbst wenn um die Zeit des
Interregnums, wo nach einem Worte Müllers nicht einmal der Räuber
seines Raubes sicher war, ein Ritter ohne kaiserliche Verleihung
eigenmächtig Bergwerke betrieb, so wird dies für das damals geltende
Recht nicht beweisend sein können.
Daß im nämlichen Jahre Herzog Heinrich IV. von Schlesien dem
Zisterzienser-Kloster zu Kamenz Bergwerke nach böhmischem Bergrechte
verlieh 6 , und daß im Jahre 1276 zwei Wendenfürsten Gold- und
1 Sternbergs Urkundenbuch No. 10 S. 17.
2 Fontes Rer. Austr. pars II tom. 15 I No. 159 nach Grueter, Regesten
No. 95.
3 Seibertz Urkundenbuch No. 358 Bd. 1.
* Vgl. dagegen Achenbach, Deutsches Bergrecht S. 68.
e Graf Sternbergs Urkundenbuch No. 19 S. 328.