Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

194 DEUTSCHLAND — Braunscliweîg (Land und Leute, Finanzen). 
Bevölkerungszunahme. Das llevzogtluini zählte Einwohner: 
1760 158,980 1846 269,228 
1814 209,527 1849 270,079 
1834 253,232 
• In den 20 Jahren 1832—52 nahm zu 
die männliche Bevölker. um 12,841 Individ. = 10,6 Proc. 
- weibliche - - 11,204 - = 8,8 - % 
24,045 9,7 Proc. 
Städte. Braunschweig (1852, ohne Militär) 57,(»94 Einwohner 
(1780: 22,400); Wolfenhüttel 9500. 
llerrschaftsmchsel. Nach der Jenaer Schlacht ward das Ijand, 
mit Ausnahme des Amtes Thedinghausen, dem Königreiche Westfalen 
zngetheilt (Departemente der Oker, der Leine, und des Harzes). 1815, 
nach der Leipziger Schlacht, Restauration. (Die Mediathesitzungen des 
Herzogs, das Ftirstenthum Dels in Schlesien etc., umfassen gegen 
40 Q.-Meil.) — Verfassung vom 12. Oct. 1832. 
Finanzen* Dreijährige Budgets. Das für 1852 — 54 schloss 
ab mit der Summe von 1’350,833 Thlr., worunter; Ucborschuss vom 
Kammergute 133,000, directe Steuern 447,500, indirecte Abgaben 
405,G6G, Eisenbahn und Post 200,000, auch Lotterie 5GGG. Abge 
sehen davon, dass für den Kloster- und Studienfonds eine besondere 
Rechnung geführt wird (über 170,000 Thlr. betragend), sind obiges 
Net to summen. So hatte die „Kammerkasse“ eine wirkliche Einnahme 
von 563,245 I'lilr., wovon verwendet wurden: 
für (len herzogl. Hofstaat 220,722 Nach fernerem Abzüge der Verwal- 
- die Schlossbauscbuld 8,697 tungskosten etc. floss obiger liest in 
- übrige Schuld . 112,200 die Staatscasse mit 133,000 Thlrn. 
Der Hofetat erscheint nicht im Staatsbudget, weil dessen Bezüge, 
wie erwähnt, von vorn herein der „Kammerkasse“ entnommen werden. 
Ausser obigen 220,722 Thlr. bezieht der Hof 22,333 aus andern 
Positionen der Staatsausgaben, ferner die Zinsen des auf dem Kammer 
gute haftenden Bevern’schen Capitals von 100,000 Thlr. Gold, Ab 
lösungsgelder von Grundlastcn, und verschiedenerlei anderweitige Nutzun 
gen (Holz, Wildpret, Fische etc.). 
Geschichtliche Notizen. Zu Anfänge des 19. Jahrhunderts berech 
nete man die Einkünfte auf 851,000, die Ausgaben blos auf 741,000 
Thlr. Unter der westfälischen Verwaltung wurden die Lasten so sehr 
gesteigert, dass der Staat aus den braunschweigischen Landestheilen 
1’600,000 Thlr. gezogen haben soll. 1832 erfolgte die Vereinigung 
der Kammer mit der Steuercasse. (Das Budget für 18^%ß schloss 
dessen ungeachtet blos mit der Summe von 1’018,694 Thlr. ab.) 
Schuld. Nach dem Etat für 1851 : 
Landesschuld 1’444,620 Thlr. Gold u. 54)68,326 Th. 8ilb. 
Kammerschuld 1’322,600 - - - 1’567,763 - 
Papiergeld ...... 1'000,000 - 
Zusammen in Courant 10’472,332 Thlr., mit 341,626 Thlr. Jahres 
zinsen. Am 1. Jan. 1853 war der Schuldenstand 10’294,000 Thlr. — 
Von kundiger Hand erhalten wir aus Braunschweig folgende Notizen : 
„Ende 1854 betrug die gesammte Landesschuld circa ß'700,000 Thlr. Dar-
	        
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