310
rücksichtigung der Verzinsung, der Abschreibungen und einer an
nähernd bestimmten Rentabilität.
Das Anlagekapital ist durch die Größe der Anlage, die
Einrichtung des Betriebes bedingt und ist verhältnismäßig einfach
zu berechnen (Einforderung von Voranschlägen, Ermittelung des
Grundstückpreises). Mitzurechnen sind die Zinsenverluste während
der Bauzeit.
Die Bedarfsberechnung des Betriebskapitals hat Größe
(Menge, Preise), Raschheit des Umsatzes (kürzere oder längere
Kreditfristen), Notwendigkeit der Lagerhaltung von Fabrikaten, Art
des Betriebes (ob auf Bestellung oder auf Lager gearbeitet wird),
Größe der Betriebskosten eines Jahres, Erzeugnisdauer eines Fabri
kates (während dieser Zeit wird das Kapital festgelegt), die Schnellig
keit der Kapitalbildung durch Gewinn, schließlich alle Faktoren,
welche die Höhe der Selbstkosten beeinflussen, zu berücksichtigen.
Mit zu berücksichtigen ist, daß der Kapitalbedarf sich nach und nach
ein stellt, dann der Rückf luß des Kapitals durch Verkauf der Pro
dukte, Anzahlungen, Einziehung'der Kaufgelder und vorzeitige Liqui
dierung durch Diskont der Kundenwechsel.
Die Frage der Kapitalbeschaffung bezieht sich auf das Kredit-
kapital, d. h. jenen Betrag, welcher nach Deckung des Geldbedarfes
durch eigenes Kapital als Erfordernis übrig bleibt. Der Unternehmer
wird sich über die Größe des Kreditkapitals sowie Art der Be
schaffung (durch Verwandte, Banken, Aufnahme eines tätigen oder
stillen Teilhabers, Ausgabe von Aktien, Obligationen, Sicherstellung
des Leihkapitals durch Hypotheken, Bürgschaften, Beleihung fertiger
Produkte usf.) entscheiden.
Eine richtige Bemessung des Kapitals ist notwendig. Das An
lagekapital wird eher geringer sein müssen; denn eine zu kleine
Betriebsanlage läßt sich später leichter vergrößern, als eine ver
hältnismäßig zu große verringern. Eine dem tatsächlichen Bedarf
angepaßte nachträgliche Regelung der Größe des Betriebskapitals
ist verhältnismäßig einfach, wenn der Kredit nicht schon zu Anfang
überspannt wurde. Darauf ist zu achten, daß stets für die Be
schaffung flüssiger Mittel der nötige Spielraum bleibt, um unvor
hergesehenen Geldbedarf jederzeit decken zu können.
2. Produktions-, .Verwaltungs- und Verkaufskosten, die unter
Annahme eines bestimmten Umsatzes entstehen. Dabei sind zu be
rücksichtigen : ortsüblicher Tagelohn, Rohstoffpreise, Art des Ver
kaufes, kurz alle Faktoren, die auf die genannten Berechnungs
elemente bestimmend einwirken.
3. Umsatz. Zunächst die Frage, wie groß muß der Umsatz
sein, wenn eine bestimmte Rentabilität erzielt werden soll. Zu er
wägen sind: Absatzmenge, voraussichtlicher Bedarf und dessen Ent-