fullscreen: Deutsche Geschichte (Bd. 5, Hälfte 2)

Hiertes Kapitel. 
Rämpfe der Protestanten und der revolutionären 
Fürsten gegen den katholisch-absolutistischen Kaiser; 
Augsburger Reichstag und Religionsfriede 
des Jahres 1555. 
Die allgemeine Lage der Herrschaft Karls V. hatte sich im 
Verlaufe der Jahre 1536 bis 1540 wesentlich gebessert. Der 
dritte Krieg gegen Franz J. von Frankreich, hervorgerufen durch 
den eigenmächtigen Einmarsch der Franzosen in Savoyen, und 
zrneute, für Karl unannehmbare Ansprüche auf Mailand, hatte 
allerdings zu keinen hervorragenden Waffenthaten seitens der 
Kaiserlichen geführt. Allein da auch die Franzosen in fast 
unbegreiflicher Weise die ihnen schließlich zu Gebote stehende 
Übermacht nicht ausnützten, so war der Abschluß des Krieges 
im Jahre 1538 für Karl verhältnismäßig günstig. Ein Waffen⸗ 
sttillstand, der auf Andringen des Papstes zu Nizza für zehn 
Jahre geschlossen wurde, leitete eine kurze Zeit anscheinend 
innigsten Einverständnisses zwischen beiden Herrschern ein; im 
Hochsommer trafen sie sich persönlich in Aigues Mortes bei 
Nimes; eine neue AÄra der europäischen Politik, eine Zeit 
energischen Kampfes gegen die Ungläubigen ward der staunenden 
Welt als die nächste Folge der neuen Freundschaft verkündet.
	        
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