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Orientalische Tabak- u. Zigarettenfabrik
Yenidze,
Inhaber: Hugo Zielj, Dresden.
Die Firma hat bei Anlage ihres in Dresden gelegenen Fabrikgrundstücks auf die Wohl
fahrt ihrer Arbeiter und Angestellten weitestgehende Rücksicht genommen. Sie ließ ihr
an der Elbe gelegenes, von weitem sichtbares und von einer mächtigen Kuppel gekröntes
Fabrikgebäude ausführen, um ihre 5 in Dresden und Vorstädten zerstreut liegenden Fabriken
zu einem einzigen Betriebe, in dem 1700 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt werden,
zu vereinigen.
GESUNDHEITSDIENLICHE EINRICHTUNGEN. Bei der Ausarbeitung des Innenbaus
sind zunächst alle gesundheitsdienlichen Einrichtungen berücksichtigt worden. Der Fuß
boden sämtlicher Arbeitsräume ist mit Linoleum belegt, so daß die Räume nach Arbeits
schluß schnell und gründlich gereinigt werden können. In einem vom Hauptgebäude
getrennt liegenden Maschinen- und Kesselhaus sind Akkumulatoren, Dynamo- und Dampf
maschinen untergebracht, welche den Betrieb mit elektrischem Licht, mit Kraft für die
Bearbeitungsmaschinen und mit Heizung versehen. Mittels Abdampf und direktem Dampf
wird das ganze große Gebäude innerhalb einer halben Stunde auf das Behaglichste erwärmt.
Ausgenommen sind hiervon nur die Lagerräume, welche die kostbaren orientalischen
Tabake enthalten, von denen jegliche künstliche Wärme ferngehalten werden muß. Die
Arbeitsräume können von den darin Beschäftigten nur nach Passieren der Garderobe
zimmer und Waschtoiletten betreten werden. Bei letzteren sind Fußböden und Wände
mit Steinfliesen und weißen Kacheln ausgelegt. In umfangreichem Maße angeordnete
Entlüftungsvorrichtungen bewirken eine ununterbrochene Luftauswechslung. In den
Räumen, wo die Entstehung von Staub un
vermeidlich ist, bewirken Staubsaugapparate
die Überführung desselben in Sammelbassins.
Im Dachgeschoß befindet sich ein mächtiger
SPEISESAAL, nach welchem das Per
sonal der unteren Stockwerke mittels elek
trisch betriebener Aufzüge gelangt. Dem
Wirtschaftsbetrieb steht der Verwalter vor,
dem der Betrieb unentgeltlich überwiesen ist.
Warme und kalte Speisen werden mit
geringem Aufschlag auf die Selbstkosten
verabreicht. Aufwärmevorrichtungen
nehmen die vom Personal mitgebrachten
Speisen auf. In jedem Stockwerk befinden
sich Feuerlöschvorrichtungen. Außer
Speisesaal.