Entstehung und Echtheit des Textes
neuerer Zeit wie zB. bei den moabitischen Altertümern führten solche
Verdachtsmomente auf die Spur des Fälschers.
9. In vielen Fällen ist man für die Bestimmung des
Ursprunges eines Textes ganz auf die inneren Kriterien
angewiesen.
a) Man wird dann zunächst Sprache und Stil der
Schrift mit anderen bekannten und datierten Werken vergleichen
müssen, denen sie am nächsten zu stehen scheint,
um aus den lexikalischen, grammatischen und stilistischen
Übereinstimmungen oder Differenzen Anhaltspunkte für die
Bestimmung der Zeit und des Ortes der Abfassung zu gewinnen
und vielleicht auch die Person des Autors mit
größerer oder geringerer Wahrscheinlichkeit zu ermitteln.
Steht die geschichtliche Entwicklung der Sprache für die
einzelnen Perioden hinreichend fest und ergibt sich aus dem
Vergleich des Textes ein genügendes charakteristisches
Beweismaterial, so läßt sich schon durch die sprachliche
Untersuchung entweder positiv die Entstehung innerhalb
gewisser Zeitgrenzen oder auch die Abfassung durch einen
bestimmten Autor wahrscheinlich oder sicher begründen,
oder negativ zeigen, daß eine Schrift nicht einer fälschlich
angenommenen Periode oder einem angeblichen Autor zugeschrieben
werden darf, Wie schon bemerkt, wird man
sich aber vor allzu großem Zutrauen zu solchen rein sprachlichen
Untersuchungen hüten müssen und vor allem die verschiedenen
Möglichkeiten bei der kritischen Prüfung nicht
außer acht lassen, die bei den Übereinstimmungen wie bei
den Differenzen durch Nachahmung oder individuelle Entwicklung
oder persönliche Eigentümlichkeiten oder auch durch
spätere Angleichung eines Textes und andere Textkorruptionen
gegeben sein können.
b) In der Regel wird aus der Prüfung des Inhaltes
einer Schrift sich ein größerer Gewinn für die Bestimmung
ihrer Entstehung erzielen lassen. Schon der allgemeine
Charakter des Werkes, der geistige Horizont, der sich
darin zeigt, die besonderen Absichten, die Lehrmeinungen
und Anschauungen, die darin zu Tage treten, lassen
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