wer sehr müde ist, kann einschlafen. Außerdem kann ich aus eigener
Erfahrung mitteilen, daß.in den japanischen Gefängnissen die Be-
strafung stets in der Nacht vollzogen wird. Der Gefangene wird zu
einer bestimmten Strafzelle geschleppt, wo allerlei Instrumente und
Maschinen für die Folter untergebracht sind. Wenn man in der
Nähe einer Einzelzelle liegt, so hört man das Schreien des unter der
Folter leidenden Gefangenen. Das Schreien des Geschlagenen ist
zuerst sehr laut, doch allmählich wird es immer schwächer und
schwächer, bis der Geschlagene schon in halb bewußtlosem Zustand
nicht mehr zu schreien imstande ist, Dieses kommt ständig in den
japanischen Gefängnissen vor, Ich war neun Monate in einem Ge-
fängnis, wo 1500 Gefangene untergebracht waren, und jede Nacht
hörte ich die schrecklichen Schmerzensschreie dieses oder jenes
mißhandelten Gefangenen.
Da in Japan die Gefangenen, besonders die Kommunisten, in
Einzelzellen leben, haben sie keine Bewegungsfreiheit, Selbst in den
zaristischen Gefängnissen konnten sich die Eingekerkerten frei be-
wegen, doch in den japanischen Gefängnissen hat ein Arbeiter in einer
bestimmten Stellung zu sitzen, ob er arbeitet oder nicht; er kann
nicht in seiner Zelle umhergehen oder selbst seine Arme zu gym-
nastischer Uebung auf- und abschwingen. In den‘ japanischen Ge-
fängnissen ist absichtlich so ein strenges Regime eingeführt, um das
Leben im Gefängnis sehr schwer zu gestalten,
Guiboud-Ribaud, Frankreich:
Die Frage des Strafregimes ist eine äußerst wichtige Frage,
überragt unendlich die Parteigegensätze und berührt im allgemeinen
die Probleme der höchsten und allgemeinen Humanität,
Eben deswegen schätze ich mich glücklich, einer eingehenden Er-
Örterung, so interessanten Entwicklung der Frage, die hier heute
Abend stattfand, beigewohnt zu haben,
In seinem Vortrag lieferte uns der Referent eine reichliche In-
formation. Wir hörten aus Rumänien, Japan, und aus allen kapita-
listischen Ländern der Welt könnte man dasselbe erzählen, daß in
allen Zuchthäusern der kapitalistischen Welt Grausamkeiten und
Verbrechen vollbracht werden. Der Referent gab uns das Bild in
seiner richtigen Beleuchtung, er beschrieb das Strafregime in seinem
Lande und das der Sowjetunion,
Ich glaube, man könnte noch viel mehr Material zu der Frage
liefern, Auch im Namen unseres Landes hätten die anderen Dele-
gierten Frankreichs kommen und vieles erzählen können, was bei uns
vor sich geht, Aber ich will das viele Wiederholen vermeiden.
Wir können in der Tat sagen, und ich glaube auch, daß eben
darin der klare Unterschied liegt, daß das Strafregime in den imperia-
listischen Staaten auf dem folgenden, einzigen Prinzip beruht: Der
Mensch, einmal ins Zuchthaus geraten, das Individuum, einmal vom
Urteil getroffen, sei ein Feind, er sei als Einer zu betrachten, der aus-
geschlossen, bestraft sein müsse, vor dessen Tode man sich nicht
zu scheuen brauche. (Und so betrachtet man ihn auch wirklich,
sowohl in Deutschland als auch in Frankreich. in Japan. Rumänien
und anderen Ländern.)
Hier aber, und ich schätze mich besonders glücklich, das heute
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