Object : Die Eisenindustrie in Südrußland

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im  Ural  bedeutend  ungünstiger  als  im  Süden,  und  der  einzige  Vorteil
des  Urals  besteht  nur  darin,  daß  er  die  Billigkeit  der  Wasserverbindung
mit  den  umliegenden  industriell  entwickelten  Rayons  genießt.
Wie  der  Absatz  des  südrussischen  Roheisens  unter  die  verschiedenen ­
  Rayons  sich  verteilt,  kann  uns  folgende  Tabelle  veranschaulichen ­
 1 :

Gebiete

Absatz  des  Roheisens
im  Jahre  1907  (Taus.  Pud)

Süden,  Südost,  Südwest  .  .  .

22611

Polnisches  Gebiet  .  .  .  .  .

6  642

Nord,  Nordwest,  West  .  .  .

6  054

Zentral-  und  Wolga-Gebiet

4894

Ural

152

Sibirien  .........

6

Mittelasien

25

Ausland

525

Zusammen:

42013

Der  größte  Konsument  des  südrussischen  Roheisens  ist  der
Süden  selbst.  Wohl  war  der  tatsächliche  Konsum  des  Roheisens
im  Süden  im  Jahre  1907  bedeutend  geringer  als  die  mitgeteilten
Ziffern  augeben  —  etwa  4000000  Pud  wurden  von  hier  über  die
südrussischen  Häfen  weiter  nach  dem  Auslande  exportiert  —  trotzdem ­
  bleibt  der  Rayon  immer  der  wichtigste  Konsument  des  eigenen
Roheisens.  Die  südrussischen  reinen  Walzwerke  allein  verbrauchten
im  Jahre  1907  rund  9912000  Pud  an  Roheisen 1  2 .
Die  zweite  Stelle  nimmt,  wie  aus  der  Tabelle  ersichtlich  ist,  das
poluische  Gebiet  ein.  Die  Gewinnung  des  polnischen  Roheisenmarktes ­
  durch  Südrußland  schreitet  immer  vorwärts.  Im  Zusammenhänge ­
  damit  verändert  sich  auch  der  Charakter  der  polnischen
Eisenindustrie;  ihre  Werke  werden  immer  mehr  zu  reinen  Walzwerken.
Der  dritte  Bezirk  ist  das  mittlere  Rußland.  Hier  ist  die  eigene
Roheisenproduktion  sehr  gering,  die  Gruben  sind  sehr  arm  und  die
Verhüttung  nimmt  ständig  ab.  Dieses  Gebiet  stellt  augenblicklich
einen  Kampfplatz  zwischen  dem  Süden  und  dem  Ural  dar.  Da  das
südrussische  Roheisen  auf  dem  Markte  des  mittleren  Rußlands
billiger  ist,  so  drängt  es  das  uralische  allmählich  zurück.
Das  folgende  Gebiet  ist  das  St.  Petersburger.  Obwohl  die  Transportkosten ­
  von  Süden  dahin  etwa  17  Kop.  pro  Pud  ausmachen 3 ,
1  Diese  Tabelle  haben  wir  auf  Grund  der  Eisenbahnfrachten  auf  Roheisen ­
  ermittelt.
2  Gutachten  der  Eisenindustriellen.  Statist.  Tabellen.
3  Lauwick,  a.  a.  O.,  S.  199.
            
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