220 GHite, SGeburtenrüdgang und Sozialreform
‘ondern ein Optimismus des Vertrauens und der Kraft, Und wie glänzenb
Jat unfer Bolk diefen Optimismus gerechtfertigt! Und da follten wir dem
neuen Feinde gegenüber verzweifeln? | Gott Hat die Völker heilbar gefhaffen.
Und vor allem unfer deutjhes Bolkin der Tiefe des Semütsleben8, in Jeinem
arnften, religiöfen Sinn und feiner hohen Wert{häßung des Hamilienlebenz
wird die neue Botfchaft, wenn fie in der rechten Weije ihın nahegebracht
wird, verftehen und freudig erfaffen, Die gewaltigen Erinnerungen des
Krieges, die Sehnfudht nad Heimat und Hamilie, die tiefen feelifchen
Erjchütterungen, die auch in religiöfer Verinnerlidung und ethiiher Qäu-
terung fid) auswirken werden, Haben den Boden gelodert für die Saat
ziner beffern Zukunft. Wenn unfer Volk in franzöfiüidge Auffaljungen und
Sitten zu verfallen drohte, {o [ind die verantwortlich, die e$ fo belehrten und
diejenigen nicht wehrten, die fyftematifcdh an feiner Entfittlicdhung arbeiteten.
Die Schuld tragen vor allem die hHerridhenden Kaffen, die mit IHlecdhtenm
Beifpiel vorangingen und als Kultur und Fortihritt priefen, was den
ittlichen Abitieg und den Beginn des Todes bedeutet. && {ragen die»
jenigen die Verantwortung, welche die um und für ihre Kinder NRingenden
jorglos ihrem Schiekfal überließen und der Harten Ablehnung der Hilfe
oft nod) Vorwürfe und Spott beifügten. Halte man felbit ernite Einkehr,
mandle man deutfhe Wege, und das Volk wird folgen. Die deutidhe Frau
wird ihren mütterliden Sinn wiederfinden, wenn man lie alz Mutter
ehrt und wertet, Der deutfhe Vater wird wieder {tolz mit feiner Kinder»
ichar Sonntags zur Kirdje und Hinaus in Wald und Feld ziehen, wenn
zt fieht, daß es Achtung bringt und Hilfe von allen Seiten freudig bereit
iteht. Weije man nicht auf Frankreid), — Frankreich hat nie fich aufgerafft
zu ernjter Bejferung, weil ihn der fittlidHe Halt der Religion fehlte. Und
noch mehr galt das vom alten Rom, Man hat viel gefündigt an unferm deut
idjen Volle — man Hat viel wieder gutzumachen. Dann Hat aber auch
1iemand ein Recht, an feiner fittliden Hebung und Erneuerung zu ver-
zweifeln. €3 muß die Macht der öffentliHen Meinung in den Dienft der
Familie geftellt werden, der Glaube an den Kinderjegen wieder lebendig
werben, das fHiwere Unrecht gegen die Natur und den Schöpfer, gegen
Kirche und Vaterland wieder zum Bewußtfein gebracht werden. Nicht
iußerer @lanz, nicht Talent und Geift, nicht Geld und Gut, fondern die
ireue Arbeit und die gewiffenhafte Erfüllung der Pflicht in Familie und
Beruf jollen in Unfehen und Chren {tehen.
In dritter Linie ift erforderlich: ernfte, felbitiofe, aus
dauernde Arbeit in ridtigem Ausgleich von Mugheit, Umficht und
Tatkraft, zur rechten Zeit, jeder an feinem Plage. In bewußter, wohlüber-
legter Arbeitsteilung, aber zugleich in freudiger zielbewußter Zulammen-
arbeit, ohne Neid und Arg. Alle, die guten Willens find, {ind willfom-
men. Jeder gibt fein BefteS, dann muß der Erfola erreicht werden. Die