Object : Wirtschaft als Leben

Ausblicke,  IV.

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wertvollen“  von  der  Spreu  der  „historisch  wertlosen“.  Nun,  der  Sache
nach  hüllt  sich  in  diese  Verweisung  auf  den  „historischen  Wert“  nichts
anderes,  als  eine  Rückverweisung  auf  den  einzelnen  Fall;
vor  dem  man  zweifellos  klug  steht,  kraft  der  Gewalt  des  gesunden
Menschenverstandes  über  nächstliegende  Erwägungen,  aber  auch  nicht
um  ein  Haar  klüger  als  zuvor.  In  der  Form  also  läuft  hier  die
Empirie  über  den  Umweg  eines  bloßen  Wortes  in  sich  selber  zurück.
Für  die  Theorie  kommen  die  Schallwellen  des  Wertlautes  auf;  die
gewiß  sehr  feierliche  sind,  weil  aus  ihnen  der  natürliche  Respekt
unseres  Denkens  vor  seinem  Großen  Helfer  herausklingt  —  wie  es  ähnlich ­
  zwischen  dem  Kranken  und  Arzt  oder  Gelehrten  und  Bibliothekar
zutrifft.  Dem  Forscher,  um  es  zu  wiederholen,  dürfen  diese  allgemeinen ­
  Erwägungen  für  seine  eigene  Arbeit  herzlich  gleichgültig
bleiben.  Ihm  verschlägt  es  daher  auch  nichts,  wie  immer  jenes  verlogenste ­
  aller  Worte  auch  hier  sein  Unwesen  treibt,  und  welche  „Verdienste“ ­
  es  sich  um  unsere  Erkenntnis  erwirbt.  Nun  ist  aber  die
Neugier  nicht  unbefugt,  und  ihre  Stillung  nicht  in  allen  Fallen  unerbeblich, ­
  wie  denn  eigentlich  jener  lösende  Gedanke  aussieht,  über
den  man  sich  so  bequem  ausschweigt,  indem  man  tief  bewußt  und
salbungsvoll  ein  Wort  ausspricht.  Beim  Hangen  am  Worte  weiß
uian  ja  zu  keiner  Zeit,  von  wieviel  Dingen  wir  nichts  wissen,  die
a ber  noch  lange  nicht  unser  Ignorabimus,  sondern  schlichtbürgerlich
unsere  Ignoranz  berühren.  Besonders  jenes  verdächtige  „Lieblingswort
der  Gegenwart“,  wie  es  höchst  treffend  genannt  wurde,  ist  allezeit  ein
Feigenblatt  unserer  Wissensblöße.  Und  hier  handelt  es  sich  um  ein
Wissen  höchst  bescheidener  Güte,  fast  um  einen  Gemeinplatz;  der
dennoch  gewußt  sein  will,  und  nicht  bloß  gewörtelt.  Es  ist  aber
klar,  die  Einsicht  in  den  allgemeinen  Grund  der  Auswahl,  die  kann
nur  aus  der  Erkenntnis  entspringen,  weshalb  es  überhaupt  zu  einer
Auswahl  kommt;  der  Scheidegrund  der  Wahl  hat  notwendig  mit  dem
F>aseinsgrund  des  Wählens  zu  tun.  Der  aber  fällt  ebenso  klar  in  den
bereich  der  allgemeinen  Erwägungen,  die  ich  nun  pflegen  will.  Aus
Di esen  muß  sich  also  auch  die  Richtschnur  der  Auswahl  ergeben;
gleichsam  als  eine  der  Verlängerungen,  die  über  das  grundsätzliche
Verhältnis  zwischen  Denken  und  Stoff  sich  hinüberziehen  lassen  nach
dem  zwischen  Forschung  und  Material.  Ihr  wirklicher  Zug  bedarf
kaum  der  Andeutung.
            
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