Object : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

Herr  Verleger  Lambert  L  e  n  s  i  n  g-Dortmund  sprach  als  Vorsitzender ­
  des  Augustinus-Vereins  zur  Pflege  der  katholischen ­
  Presse,  als  Mitglied  der  Pensionskasse,  die  diesem  Verein ­
  angeschlossen  ist,  und  als  Vertreter  der  CPC-Gesellschaft,
  der  Gesellschaft,  die  die  Centrums-Parlaments-Correspondenz
  herausgibt:
Im  Jahre  1848  hat  in  einer  großen  Versammlung  in  Mainz  der  verstorbene ­
  Justizrat  Hardung  aus  Köln  das  Wort  geprägt:  „Auch  wir  in
Köln  haben  getrunken  vom  Mohnsaft  dieser  Zeit  und  sind  eingeschlafen,
aber  wieder  wach  geworden,  als  Clemens  August  aus  unserer  Mitte  weggeführt ­
  wurde,  und  wir  sind  wachgeblieben.“  Das  Wort  wurde  in  Erinnerung ­
  gebracht  von  dem  Abg.  Schädler,  als  hier  in  Köln  1903  die
Jubiläums-Katholiken-Versammlung  stattfand,  und  er  knüpfte  daran  die
Worte  an:  „Daß  Köln  wachgeblieben  ist,  verdanken  wir  nicht  an  letzter
Stelle  zwei  Faktoren,  das  sind  die  Firma  J.  P.  Bachem  und  die  Kölnische
Volkszeitung,  unbeschadet  der  Verdienste,  die  natürlich  andern  Faktoren
nach  der  Richtung  hin  gebühren.“  Wenn  man  das  Streben  und  den  Aufstieg ­
  des  Hauses  Bachem  kennen  und  verstehen  will,  dann  muß  man  das
Buch  lesen,  das  der  jüngste  preußische  Geheimrat,  Herr  Dr.  Carl  Bachem,
geschrieben  hat.  Zwei  Bände  sind  davon  erschienen,  hoffentlich  kommt
demnächst  die  Fortsetzung.  Das  Buch  ist  in  der  Tat  so  lehrreich  für  die
Geschichte  der  Firma,  für  ihre  geschäftliche  Tätigkeit,  Umsicht  und  Intelligenz, ­
  wie  für  die  Verbreitung  und  das  Verständnis  der  der  Firma
ungegliederten  Kölnischen  Volkszeitung,  daß  ich  der  hier  anwesenden
Corona  dringend  empfehle,  wenn  es  noch  nicht  geschehen  ist,  dieses
Werk  eifrig  zu  studieren.
Im  Jahre  1867,  als  ich  noch  ein  ganz  junger  Mann  war,  erschien  in
Dortmund  in  einer  großen  Katholikenversammlung  als  Redner  Herr
Josef  Bachem,  der  Vater  der  jetzigen  Inhaber  der  Firma.  Er  hielt  eine
Rede  über  die  Presse,  und  ich  erinnere  mich  noch  ganz  gut,  daß  er  sagte,
lediglich  mit  den  Idealen  sei  es  nicht  genug;  die  Leute,  die  die  Presse
halten  und  lesen,  müßten  sie  auch  materiell  unterstützen,  sie  müßten
v or  allen  Dingen  der  Presse  die  Anzeigen  zubringen.  Der  Gedanke,  den
Herr  Bachem  damals  ausführte,  hat  uns  in  der  Folgezeit  und  auch  damals
schon  den  falschen  Vorwurf  des  Geschäftskatholizismus  eingetragen.
Auch  in  der  neuesten  Zeit  wurde  wieder  einmal  der  Grundsatz  vertreten,
das  was  durch  die  Presse  gewonnen  wird,  muß  nicht  dem  einzelnen
J-lnternehmer  zugute  kommen,  sondern  der  Gesamtheit.  Wenn  dieser
irrige  Grundsatz  zur  Tatsache  würde,  wäre  das  m.  E.  für  den  größten
Teil  der  Presse  der  Anfang  vom  Ende.  Die  Intelligenz,  die  Tatkraft,  der
orbeitsfreudige  Optimismus,  an  dem  ich  mich  gerade  in  den  letzten
Jahren  so  sehr  erbaut  habe,  namentlich  bei  Herrn  Franz  Bachem,  die
sind  individuell,  und  diese  Dinge  können  nur  durch  tüchtige  tatkräftige
            
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