fullscreen: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Fünfzehntes Kapitel 
MORGAN ALS MENSCH 
*Tber die letzten Lebensjahre Morgans bleibt wenig 
Uran zu sagen. Wenn man von dem Aufkauf der 
Equitable Life Assurance Society absieht, so war sein 
Wirken in der Finanzkrisis von 1907 sein letztes gro- 
Bes Geschäft, Danach zog er sich immer mehr von der 
Leitung seines Bankhauses zurück, die er seinem Sohn 
unter Beihilfe der erprobten Teilhaber überließ, 
Es ist wohl nicht unwahrscheinlich, daß hierbei die 
von Präsident Theodore Roosevelt ihm gegenüber offen 
zur Schau getragene Gegnerschaft mit die Ursache 
war. Roosevelt war bekanntlich ein absoluter Feind 
der Trusts — und Morgan war der große Trustorgani- 
sator und -beherrscher. Hinzu kam, daß Roosevelt 
sich als der Exponent des Staates fühlte, der sich 
zweimal hatte von Morgan buchstäblich retten lassen 
müssen — wenn auch nicht ganz aus idealistischen 
Motiven, denn sowohl bei der Schatzamtskrisis von 
1895 wie bei der Panik von 1907 hatten Morgan, bezw. 
Unternehmungen, an denen er interessiert war, große 
Gewinne davongetragen, Und der moralische Preis, 
den Roosevelt für die letzte Rettung hatte zahlen 
müssen, nämlich die Nichtanwendung des Antitrust- 
gesetzes für die von Morgan bezw. seinen Geschäfts- 
freunden gewünschte Angliederung der Tennessee 
Ccal & Iron Company an die United States Steel Cor- 
poration mag den „Oberst“ wohl am meisten gewurmt 
haben. 
Seine Rache dafür kann man nicht gerade groß- 
zügig nennen. Morgan wurde vor zwei Untersuchungs- 
ausschüsse geladen und mußte sich vernehmen lassen, 
nicht nur über die tatsächlich von ihm ausgeführten 
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