Full text: Theoretische Sozialökonomie

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nur, daß seine Knappheit auf die vom Gesichtspunkt der Produktion 
absolute Knappheit anderer Güter zurückgeführt werden kann. Diese 
absolut knappen Güter nennen wir eben elementare Produktionsmittel, 
Die Lösung des Preisbildungsproblems ist demnach für alle Arten von 
Gütern einheitlich. Die zuweilen gemachten Versuche, verschiedene 
Preisbildungstheorien für reproduzierbare und nicht reproduzierbare 
üter aufzustellen, sind also ebenso unnötig wie irreführend, 
Wir haben hier das Preisbildungsproblem auf Faktoren zurück- 
geführt, die wir wenigstens bis auf weiteres als gegebene Faktoren des 
Problems betrachten können. Oft findet man aber als Bestimmungs- 
gründe der Preise solche Faktoren bezeichnet, die in der Tat ebens 
wie die Preise selbst Variable des Problems sind, die erst durch die 
hier gekennzeichneten gegebenen Faktoren bestimmt werden. Daß die 
Nachfrage eine solche Variable darstellt, ist schon hervorgehoben. Wie 
weit jede einzelne Nachfrage sowohl nach den Produktionsmitteln wie 
nach den fertigen Produkten befriedigt werden kann und welcher also 
der Grenzkäufer oder welches das zuletzt befriedigte Bedürfnis ist, somi 
auch welche Höhe der ‚„‚Grenznutzen‘‘ hat, das sind alles Fragen, die 
erst im Zusammenhang mit_der Bestimmung der Preise durch unsere 
Gleichungssysteme beantwortet werden können. Der sogenannte Grenz- 
utzen — wenn man nun überhaupt diesen Begriff einführen will — 
immt also ganz dieselbe Stellung als_Unbekannte des Problen.s wie 
der Preis ein, weshalb es offenbar sinnlos ist, den „Grenznutzen‘‘ als 
Erklärungsgrund des Preises anzuführen. 
Von den „„Produktionskosten‘“ der fertigen Güter, die ebenfalls al 
elbständiger Preisbestimmungsgrund bezeichnet zu werden pflegen, gilt 
etwas Ähnliches, wie hinsichtlich der Nachfrage gesagt worden ist. Die 
Produktionskosten unserer Güter sind durch das Gleichungssystem (3 
bestimmt und sind also nicht bekannt, bevor die Preise der Produktions- 
ittel, welche eben die Unbekannten des Problems darstellen, bekannt 
sind. Wenn man die „technischen Produktionskosten‘‘ als mitbestim 
enden Faktor der Preisbildung anführen will, so hat man darunter 
ediglich die „technischen Koeffizienten‘‘ a zu_verstehen. Kosten sind 
wie schon einmal (8 12) bemerkt, wesentlich ein tauschwirtschaftlicher 
Begriff, entstehen überhaupt nur dadurch, daß Nachfrage infolge de 
nappheit der Mittel der Bedürfnisbefriedigung durch Preise beschränkt 
erden muß. - 
Die Produktionskosten eines Gutes sind auch nicht, wie man sich 
zuweilen vorstellt, eine isolierte Erscheinung. Die Produktionsmittel, 
die zur Herstellung des Gutes dienen, können nämlich in der Regel auch 
ur Herstellung anderer Güter verwendet werden und sind seitens der 
onsumtion dieser Güter Gegenstand einer Nachfrage, die ihre relative 
<nappheit verschärft. Die Preise dieser Produktionsmittel und _somi 
ie Produktionskosten des ersten Gutes hängen auch von dieser Nach- 
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