Einleitung.
7
kann. In einein wie im anderen Falle ist aber das zurückhaltende,
verschlossene Benehmen des ausschließlich von .Heimarbeit lebenden
Heimarbeiters keinesfalls dem Bewußtsein des betreffenden entsprungen,
daß er durch seine .Heimarbeit sich und anderen schadet.
Ein solches Bewußtseilt ist, abgesehen von einzelnen Personen, die
aber aus ihrer .Haut nicht heraus können, bei den ausschließlich von
Leimarbeit lebenden .Heimarbeitern nie vorhanden.
Die Art der ausschließlichen.Heimarbeit in der Metallindustrie ist
noch nach folgenden Merkmalen zu unterscheiden. Man hat zu beachten,
ob die Leimarbeit von einzelnen allein oder ob sie in Gemeinschaft
init anderen geleistet wird. Beide Formen sind in der Metallindustrie
gang und gebe. Wir stnden den alleinstehenden Leimarbeiter,
der nur mit seinen Familienmitgliedern zusammenarbeitet,
und den Leimarbeiter, der neben seinen Familienangehörigen und
wohl auch ohne solche fremde Arbeitskräfte beschäftigt. Im
ersteren Falle findet eine Lohnzahlung an die Familienmitglieder nicht
statt, im letzteren Falle muß sie natürlich an die fremden Arbeiter
stattfinden, und gewahrt man merkwürdigerweise nicht selten, daß das
gewiß nicht sehr beneidenswerte Dasein des Gewerbegehilfen des Leimarbeiters
sich vorteilhaft abhebt von dem seines Arbeitgebers. Der
Gehilfe erhält einen bestimmten Lohn, der, wenn auch noch so niedrig,
doch immer eine bestimmte Löhe hat, der Gehilfe ist gegen Krankheit
und Alter von Gesetzes wegen versichert. Der.Heimarbeiter (Zwischenmeister)
dagegen hat weder die Benefizien der Sozialgesetze, noch hat
er einen fixierten Verdienst. Im Gegenteil trägt der Meister-Leimarbeiter
häufig noch ein nicht unbedeutendes Risiko, hat bedeutende
Ausgaben an Fourinturen und Werkzeugen, so daß in nicht seltenen
Fällen der Verdienst des Leimarbeiterzwischenmeisters nur
zwei Drittel bis drei Viertel des Lohnes seiner Gehilfen
beträgt. Schreiber dieses sind in Praxis mehrere solcher Fälle
begegnet.
Diese Erscheinung zeitigt nun bei den Leimarbeiterzwischenmeistern
alle die Aushilfsmittel, deren sich ja das untergehende .Handwerk so
gerne zu seiner Rettung bedient. Eine geradezu grauenvolle Ausbeutung
jugendlicher Arbeitskräfte vom Kindesalter an findet