Object: Rationalisierung als Kulturfaktor

V. Anwendungsgebiete der Rationalisierung 
1. Die Landwirtschaft 
Die Rationalisierung in der Landwirtschaft verfolgt als Hauptziele 
die Produktionsförderung und Absatzsteigerung. Im Gegen⸗ 
satz zur industriellen Erzeugung ist die landwirtschaftliche Produktion 
an den nach Umfang und Lage unveränderlich vorhandenen Grund 
und Boden und an das gegebene Klima (Temperatur, Niederschlags⸗ 
verhältnisse) gebunden. Es ist bisher nirgends gelungen, Licht, natür⸗ 
liche Waärme und den Kohlensäuregehalt der Luft an die jeweiligen 
agrarischen Produktionsbedingungen anzupassen. Ebensowenig ist es 
bis zum heutigen Tage geglückt, das Gesetz vom abnehmenden Boden⸗ 
ertrag durch künstliche Maßnahmen aufzuheben. Auch in der 
Maschinenverwertung sind der Landwirtschaft verhaͤltnismäßig enge 
Grenzen gezogen. Im Gegensatz zur Industrie können die Maschinen 
in den landwirtschaftlichen Betrieben meist nicht stationiert werden, 
sondern müssen beweglich bleiben. Außerdem können die meisten 
Maschinen infolge der natürlichen Produktionsverhältnisse in der 
Landwirtschaft nicht dauernd angewendet werden, sondern nur in be⸗ 
stimmten Zeiten. Zum Beispiel beträgt in einem Betriebe von etwa 
250 Morgen die Verwendungsmöglichkeit einer Mähmaschine nur 
etwa 21x Tage, eines Pflugs etwa 40 Tage, einer Drillmaschine 
15 Tage, einer Dreschmaschine 6 Tage, waͤhrend eine industrielle 
Maschine dauernd im Betrieb ist. Es muß also in landwirtschaftlichen 
Maschinen sehr viel Kapital angelegt werden, das nur unvollständig 
ausgenutzt werden kann. Bedenkt man schließlich, wie zaͤhe der Land⸗
	        
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