schuldig sei, obgleich Rothschild die erst im Dezember fälligen
Zinskupons bereits in Zahlung genommen hatte. Dem Legationsrat
Jordis hatte Buderus seine Ehre und sein ganzes Vermögen dafür
verbürgen müssen, daß er Ende August bezahlt werde. 1000 rf
Deputatgelder für der Kurfürstin Königliche Hoheit, 4500 rf rück
ständige Besoldung für den Geheimrat von Günderode in Wien
fehlten ihm ebenfalls 140 . Die Darlegung dieser Dinge rührte indes
den Eigensinn des Kurfürsten einstweilen gar nicht. Vielmehr wurde
Buderus, wie schon vorher, von ihm gedrängt, er solle sich zur
persönlichen Rücksprache über verschiedene Vermögensangelegen
heiten nach Itzehoe begeben 141 . Im September kam er dort an.
Bei der ersten Besprechung, die er mit dem Kurfürsten hatte,
wies dieser auf die Bethmann hin, worauf Buderus ihm die Vorzüge
der Rothschild klar machte. Dabei muß Buderus auf scharfen Wider
stand gestossen sein, so daß er sich veranlaßt sah, hinterher seinen
Standpunkt noch schriftlich zu wahren: „Seit dem 1. Nov: v: J: habe
ich die in London eingegangenen Gelder mit Ausnahme von 2 Posten,
wovon der Legations-Rath Jordis den einen und der Oberkriegs
zahlamtsagent Michel Simon den andern erhalten hat, durch den
Oberhofagenten Rothschild beziehen lassen. Meine Veranlassung
dazu war die pünktlichste Zahlung, auf welche ich bei ihm rechnen
kann und welche meine unterm 1. August d: J: überreichte Ab
rechnung mit ihm beweiset; die Gewißheit, daß er mir den nach
den Coursblättern der Tage des Verkaufs bestehenden Cours
berechnet; die Überzeugung, daß er niemandem von Begebungen
für Ew: Kurfürstl: Dhl‘ etwas entdeckt, denn er hat den Verkauf
dermaßen mit Vorsicht betrieben, daß an ihn abgeschickte Fran
zosen, welche ihn vernehmen sollten, ob er englische Gelder für
Ew: Kurfürstl: Dhl 1 zu beziehen habe, aus seinen ihnen vorgelegten
Büchern nicht einmal etwas entnehmen konnten; und Wegräumung
aller bey der wachsamen Menge Aufsehen erregenden Vorkehrungen
zum Ersatz der vom Rothschild geleisteten Zahlungen durch Ab
rechnung auf die englischen Wechsel. Zu jeder von andern
verweigerten Zahlung war er immer bereit, er hat sie zur Zufrieden
heit eines jeden geleistet, und da ich gar keinen Unterschied unter
einem Gulden vom Rothschild und einem Gulden vom Bethmann
finden kann, so glaubte ich alles recht gut gemacht zu haben.
Es ist mir indessen kränkend, daß Ew: Kurfürstl: Durchll dieses
nach der gestrigen mündlichen Äußerung nicht gnädigst zu billigen