Full text : Bankpolitik (2.1930)

1835 war ihr Hauptzweck die Gründungs- und Finanzierungstätigkeit, sowie
 die Beteiligung an Unternehmungen verschiedener Art. Durch gegenseitigen
 Aktienbesitz und Beleihungen erfolgte eine Verschachtelung zahlreicher
 Gesellschaften. Heute ist die Bank, die 1903 den Namen „S oci6te
 Generale de Belgique“ annahm, mit einem im Jahresbericht
 spezifizierten Aktienbesitz von 1 Milliarde fr. und einem Reservefonds
 von %/, Milliarden die größte Kapitalanlagegesellschaft der Welt,
und sie unterstützt dabei, gemäß ihrem Gründungszweck, die Industrie
in hohem Maße; etwa 3500 Industrieunternehmungen sind an die Bank
angeschlossen. Sie ist das Haupt eines Konzerns von industriellen und
Bankunternehmungen, deren Kapitalwert etwa 15 Milliarden RM betragen
dürfte, Bei einem Aktienkapital von 1 Milliarde fr. hatte sie (Ende 1929)
3996 Millionen fr. Depositengelder. Das Geschäft in der Provinz betreibt
die Soci&t6 Gen6rale durch „patronisierte Banken“, deren Aktienkapital
sich überwiegend in den Händen der Muttergesellschaft befindet !), Zentrale
 für die Auslands beteiligungen ist die „Banque Belge pour
l’Etranger“, die 200 Millionen fr. Kapital und 120 Millionen fr. Reserven
besitzt.

Die „Societ6 Göngrale war industrieller Unternehmer, der Crödit Mobilier
handelte mit Industriewerten“, so charakterisiert Heinrich Sattler ®)
den Unterschied zwischen den beiden Instituten, und fährt dann fort:
„War der Pariser Credit Mobilier wirklich das, was er nach den Erklärungen
 seiner Gründer sein sollte, und wofür er von den meisten selbst heute
noch gehalten wird, eine Bank, welche der Industrie langfristigen Kredit
verschafft, so war er nur ein Abklatsch jener Brüsseler Gesellschaft.“
Neben den Brüdern Isaac und Emile Pöreire und einigen französischen
Bankfirmen. gehörte zu den Gründern des Cre&dit Mobil ijer das
Bankhaus Salomon Oppenheim & Co. in Köln — sein Chef Abraham
Oppenheim war auch Mitbegründer der Darmstädter Bank — und die
Prinzessin von Leuchtenberg, Das neue Institut wurde von der Regierung
 und den weitesten Kreisen des Publikums mit den größten Erwartungen
 und freudigster Zuversicht begrüßt. Betrachtete man es doch als
Gegengewicht gegen die übergroße Macht der Privatbankiers, insbesondere
des Hauses Rothschild, dessen Alleinherrschaft über den Pariser Geld-1)

 Der 126 Seiten umfassende Jahresbericht für 1929 enthält, auf 6 Seiten, ein
alphabetisches Sachregister.
?) Die Effektenbanken. Leipzig 1890. S. 69.

JR
            
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