Kündigungsfrist hinterlegt werden, wogegen sie Verzinsung von 3, 24,
83, 3% % versprach, bzw. in derselben Abstufung Erhöhung oder Ermäßigung,
je nach Lage des Geldmarktes und der Höhe des Bankdiskonts,
Im Geschäftsbericht für 1876 schreibt die Bank: „Wie langsam
die Entwickelung des Depositenverkehrs auch vor sich geht, so bleiben
wir doch von der Überzeugung durchdrungen, daß in Anbetracht der
großen damit verbundenen Bequemlichkeiten, namentlich für unseren
kleinen Handelsstand, dieser Geschäftszweig noch eine bedeutende Zukunft
hat.“ Seit 1877 wurde dem Depositengeschäft eine selbständige
Organisation gegeben. Die Zahl der Depositenkassen in Groß-Berlin und
an anderen großen Plätzen vermehrte sich rasch, ebenso die Zahl der
Filialen. Während bis zum Jahre 1913 die Ausdehnung der Bank in
Deutschland hauptsächlich durch Beteiligung an Provinzbanken erfolgte,
wurde jetzt ein anderer Weg beschritten: Die befreundeten Institute
gingen seit dieser Zeit in die Deutsche Bank als deren Niederlassungen
auf.
Ebenfalls im Jahre 1870 wurde die Commerz- und Disconto-Bank
in Hamburg „zum Betrieb von Bankgeschäften aller Art und von damit
zusammenhängenden Geschäften“ errichtet. Am 20. Dezember 1904 wurde
ein Fusionsvertrag mit der Berliner Bank in Berlin geschlossen, wonach
das gesamte Vermögen dieser Bank an die Commerz- und Disconto-Bank
übergegangen ist. Dadurch wurde der Schwerpunkt des Geschäfts nach
Berlin übertragen. 1920 vereinigte sich die Bank mit der Mitteldeutschen
Privatbank in Magdeburg, die u. a. Filialen ‚in Leipzig, Hamburg und
Dresden hatte, und änderte ihren Namen in Commerz- und Privat-Bank
A.-G. um. Im Herbst 1922 nahm die Bank den Chemnitzer Bankverein und
einige andere Provinzbanken auf, im Februar 1929 die Mitteldeutsche
Kreditbank. Vor dem Kriege noch Mittelbank, zählt heute die Commerzund
Privatbank zu den Großbanken.
Eine Originalität, d. h. einen neuen wirtschaftlichen Wirkungskreis wie
etwa die Deutsche Bank, besaß die im Jahre 1872 aus dem angesehenen
Bankgeschäft von Michael Kaskel in Dresden hervorgegangene Dresdner
Bank zunächst nicht. Das Statut gibt als Betätigungsgebiet an: „Betrieb
des Bank- und Kommissionsgeschäftes in allen seinen Teilen. Die Bank
kann Unternehmungen in das Leben rufen; auch ist sie berechtigt,
Zweigniederlassungen, Agenturen und Kommanditen zu errichten.“ 1904
wurde nach Aufnahme der Deutschen Genossenschaftsbank von Soergel,
Parrisius & Co. eine Genossenschaftsabteilung errichtet und die Aufgabe
1
+