Depositengeschäft, in der „Notwendigkeit eines immer weiter verzweigten
Kanalsystems zur Depositenzuleitung“ *), dann aber auch in dem
Streben der Banken, sich größere Absatzmöglichkeit für ihre Emissionen
zu schaffen. Beide Erwägungen sind maßgebend für die Wahl des
Standortes 2).
Für Errichtung der Filialen ist in erster Linie ausschlaggebend der Gesichtspunkt
der Rentabilität. Weiter aber sind mitunter a usrein
persönlichen Gründen Bankgeschäfte aufgekauft und zu Bankflialen
umgewandelt, weil man z. B. die bisherigen (tüchtigen) Inhaber
als Mitarbeiter gewinnen wollte. Auch aus Prestigegründen sind vielfach
an Orten Filialen errichtet worden; da die A-Bank und die B-Bank
und die C-Bank durch Filialen vertreten sind, glaubt die D-Bank, an dem
betreffenden Platz nicht fehlen zu dürfen. So sind Lücken, die durch den
früheren mehr zufälligen Ausbau entstanden waren, ausgeglichen worden.
Nach der von Fr. Kau1®) erhobenen Statistik erreicht das Netz der
Berliner Großbanken — abgesehen von Berlin, das absolut wie prozentual
an erster Stelle steht — in der Rheinprovinz und im Freistaat Sachsen die
größte Dichte. Es folgen dann in größerem Abstande Westfalen, Hamburg,
Thüringen, Provinz Sachsen, Bayern und Niederschlesien. Gering
ist dagegen die Ausbreitung in Ostpreußen, Brandenburg, Pommern,
Grenzmark, Schleswig-Holstein und Mecklenburg. Die Gesamtzahl der
Niederlassungen der 6 großen Berliner Banken betrug Anfang 1913: 310,
ist dann Anfang 1924 auf 1083 gestiegen, Anfang 1927 wieder auf 777
zurückgegangen und beträgt heute rund 600, Hauptbetätigungsgebiet
der Großbanken ist der Industriestreifen Rheinland-Westfalen, Sachsen-Thüringen,
Schlesien; über 3/. aller Großbankfilialen liegen in diesen Gebieten,
die etwa ?/, des deutschen Bodens und 2/. seiner Bewohner enthalten
4).
Depositenkassen, deren Hauptaufgabe in der Aufsaugung von
Geldern besteht — neuerdings suchen sie auch an dem Sparaufkommen
der Bevölkerung größeren Anteil zu erlangen —, mußten nahe an das
Publikum herankommen, um diesem den Verkehr mit der Bank zu erleich-!)
v. Schulze-Gaevernitz, Die deutsche Kreditbank, Tübingen 1915. S. 185,
2?) S. a. G. Motschmann, Das Depositengeschäft der Berliner Großbanken.
Leipzig 1915. R. W. Goldschmigd t, Das deutsche Großbankkapital in seiner
neuen Entwicklung. Berlin 1928, S, 144 ff,
3) Die Bank, 1927, Heft 4.
') 8. R. W. Goldschmidt, a. 2.0. S. 150.
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