Object : Die hygienischen Verhältnisse der Insel Formosa

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2.  Verlauf  der  Epidemie.
Die  südf  ormosaische  Pestepidemie,  die  anfangs  auf  Stadt  und
Distrikt  Tainan  beschränkt  war,  wurde  im  Jahre  1897  etwas  stärker
als  vorher,  um  im  folgenden  Jahre  wieder  nachzulassen.  1899  aber
trat  sie  wieder  sehr  kräftig  auf  und  reichte  im  Norden  bis  in  den
Distrikt  Yensuikö,  im  Süden  bis  in  den  Distrikt  Hözan  und  im  Südosten ­
  bis  in  den  Distrikt  Banshoryö;  im  Jahre  1900  griff  sie  außerdem ­
  in  den  noch  weiter  nach  Norden  zu  gelegenen  Distrikt  Kagi
über,  wo  sie  bis  zum  heutigen  Tage  vollkommen  unausrottbar  geblieben ­
  ist.  Die  nördliche  Epidemie  beschränkte  sich  in  den  ersten
Jahren  fast  ganz  auf  den  Distrikt  Taihoku;  sonst  kamen  nur  in
Kilung-Hafen  vereinzelte  Fälle  vor.  1899  jedoch  begann  sie  den  Weg
nach  Süden  und  Osten  einzuschlagen;  infolgedessen  wurden  die
Distrikte  Shinkö,  Töyen  und  Shinchiku  von  der  Seuche  befallen.
Die  von  Rokkö  ausgehende  Epidemie  verbreitete  sich  1898  nach
Norden  und  zwar  bis  in  den  Distrikt  Taichu;  1899  ging  sie  nach
Süden  und  ergriff  den  Distrikt  l'oroku,  1900  nach  Osten  bis  in  den
Distrikt  Nanto.  Schließlich  stellte  sie  die  Verbindung  mit  der  von
Süden  herkonimenden  Epidemie  her.
In  den  Jahren  1900—1901  war  der  Stand  der  Pest  so,  daß  die
vereinigte  Epidemie  von  Süd-  und  Mittelformosa  südlich  von
Taichu  wütete,  während  diejenige  von  Nordformosa  die  Grenze  des
Distrikts  Byörizu  erreichte;  die  ganze  Insel  mit  Ausnahme  der  beiden
Distrikte  Köshun  und  Taitö,  jener  an  der  Südspitze,  dieser  an  der
Ostküste  gelegen,  wurde  von  der  Pest  beherrscht.  Mit  dieser  Ausdehnung ­
  der  Seuche  steht  die  Tatsache,  daß  Formosa  in  den  Jahren
1901  und  1904  am  meisten  unter  ihr  zu  leiden  hatte,  in  natürlichem
Zusammenhang.
Nach  der  großen  Epidemie  vom  Jahre  1901  war  die  Epidemie
in  Mittelformosa  zu  Ende.  Allerdings  erhob  sich,  von  Norden
her  eingeschleppt,  1909  eine  kleine  Epidemie  in  Koroton,  einem
Landstädtchen  nördlich  von  Taichu;  nach  kurzer  Zeit  jedoch
verschwand  sie  wieder.  Im  Süden  und  Norden  blieb  die
Krankheit  stark  genug,  um  1904  eine  große  Epidemie  zu  verursachen. ­
  Seit  1908  aber  erfolgte  auch  hier  eine  merkliche  Abnahme, ­
  die  in  Nordformosa  zum  völligen  Erlöschen  der  Pest
            
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