Full text: Lage und Entwicklung der landwirtschaftlichen Grossbetriebe in den östlichen Landesteilen

Zur Ergänzung der folgenden Ausführungen muß auf die 
Tabelle auf Seite 134 verwiesen werden. Aus den zahlenmäßigen 
Unterlagen zeigen sich mit großer Klarheit typische Besonderheiten 
im inneren Aufbau der verschiedenen Betriebsgrößenklassen. Obwohl 
es sich bei dem untersuchten Material durchweg um Großbetriebe, 
d. h. um solche mit einer Gesamtfläche von mehr als 100 ha, handelt, 
treten mit steigendem Betriebsumfang die Einnahmen aus der Vieh- 
haltung hinter denen aus der Feldwirtschaft zurück. Die aus bäuer- 
lichen Wirtschaften bekannte Tendenz zur stärkeren Viehhaltung bei 
sinkendem Betriebsumfang ist also auch bei den Untergruppen der 
Großbetriebe klar erkennbar. 
{n der beigefügten Tabelle sind die Einnahmen für Roggen und 
Kartoffeln besonders ausgeworfen. Die öffentliche Besprechung der 
letzten Zeit über die Möglichkeiten einer Stützung des Roggenpreises 
haben zu der Meinung geführt, daß der Preis des Roggens für die 
Rentabilität der ostdeutschen Landwirtschaft ausschlaggebend sei. 
Etwa 50 % der deutschen Roggenanbaufläche liegen in den ost- 
elbischen Gebieten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Einnahmen 
aus Roggen für die ostdeutsche Landwirtschaft von Bedeutung sind, 
doch zeigen die nachstehenden Zahlen ebenso, daß der Roggenpreis 
nicht den wesentlichsten Ausschlag für eine angemessene Rente der 
Betriebe geben kann. Es bleibt häufig unberücksichtigt, daß ein erheb- 
licher Teil des erzeugten Roggens als Betriebsmittel dient, also in der 
Wirtschaft verbleibt. Insgesamt schwankt in den Gebieten der Anteil 
des Roggenverkaufs am Gesamtumsatz zwischen 8 und 17 %. Bei 
der Zusammenfassung von Ergebnissen ganzer Provinzen, wie es hier 
geschehen ist, sind Gebiete miteingeschlossen, in denen der Roggen- 
bau infolge der Weizen- und sonstigen Nutzungsfähigkeit des Bodens 
eine untergeordnete Rolle spielt, während bei schärferer terri- 
torialer Gliederung kleinere Gebietsteile herausfallen würden, in 
denen der Anteil der Roggeneinnahmen am Gesamtumsatz und 
damit das Interesse am Roggenpreis größer bzw. noch geringer ist. 
Für die Gesamtlage in den einzelnen Provinzen dürften die 
Zahlen jedoch ein zutreffendes Bild geben. Die praktische Bedeutung 
des Roggenanbaues und Roggenpreises für Organisation und Wirt- 
schaftsergebnis der Betriebe erhellt aus folgender Berechnung: 
Wenn z.B. für Ostpreußen eine durchschnittliche Roggenein- 
nahme von etwa 27 RMha festgestellt wird. so bedeutet das einen 
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