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Verpflichtung, das einheimische Getränk im Interesse der Landes-
finanzen vor den ausländischen Getränken zu bevorzugen; des-
halb durfte kein Tee- oder Kaffeetrinker, kein Milch trinkender
Landmann von dem Impost ausgeschlossen werden. Nur wer eid-
lich versichern konnte, ein ganzes Jahr kein Bier getrunken zu
haben, sollte frei sein. Widerspruch gegen diesen Plan erhoben
namentlich die Amsterdamer Brauer. Es mangelte auch nicht an
anderen Vorschlägen, der Notlage der Brauer und der Finanzen
abzuhelfen; ein erhöhter Impost auf Kaffee, Tee und sonstige warme
Getränke wurde vorgeschlagen, aber abgelehnt. Kaffee- und Tee-
händler verteidigten eifrig ihre Interessen. Die Quotisation des
Bierimposts tauchte immer wieder auf; man wies darauf hin, daß
die tatsächlich bestehende Quotisation des „Kaffeegeldes‘‘, wie man
den Impost auf Kaffee und Tee nannte, nur den Verbrauch des
Kaffees vermehrt habe. Selbst ein Verbot von Kaffee und Tee
kam zur Sprache; es galt als aussichtslos!). Ein neuer Plan, den
Bierimpost zu quotisieren, der 1700 vorgelegt wurde und die Quoti-
sierung auf Grund einer Einteilung der Bevölkerung in vier Klassen
vornehmen wollte, fand ebenso wenig Beifall. Noch 1724 und 1741
kamen die Brauer darauf zurück. Als 1742 die Rotterdamer Brauer
eine neue Klage über den Verfall ihres Gewerbes bei den Staaten
von Holland anbringen wollten und eine Herabsetzung des Imposts
auf die innerhalb der Provinz gebrauten Biere verlangten, ver-
hinderten die Amsterdamer Brauer die Übergabe dieser Beschwerde.
Doch schritt man weiter fort in der Bekämpfung der nichthollän-
dischen Biere?).
Überhaupt bestand ein dauernder Kampf zwi-
schen den Bieren der verschiedenen. Pro-
vinzen. Entgegen dem Art. ı8 der Utrechter
Union, der den einzelnen Provinzen die Be-
Jastung der Produkte.der anderen Provinzen
untersagte, fand ylelfach doch eine solche
differentielle Behandlung statt. Zwischen Delft
und seinen Nachbarstädten haben über diesen Punkt wiederholt
Streitigkeiten obgewaltet; ihre Anfänge reichten bis in die Mitte
des 16. Jahrhunderts zurück. Mit Amsterdam, Leiden und Rotter-
') Timmer, Generale brouwers, S. 67 ff.
? Timmer, Gen. brouwers, S. 095 £.