benden und das Gewimmer der Weiber machte den Ort zu
ainem Schauplatz des Schreckens.
Um fünf Uhr nachmittags hißten die Pinkerton-Leute die
weiße Flagge und ergaben sich. Zwölf Männer waren auf
beiden Seiten getötet und mehr als zwanzig ernstlich ver-
wundet worden. Als die Pinkerton-Leute nach der Über-
gabe durch die Reihen der Ausständigen Spießruten liefen,
wurden sie kräftig durchgebläut, besonders von den Frauen
der Streikenden, die noch wütender waren als die Männer.
Nun wurde das Militär von Pennsylvanien nach Homestead
geschickt, und weitere elf Arbeiter wurden erschossen und
verwundet. In dieser Zeit schoß ein 22 jähriger Jüngling,
namens Alexander Beckmann, über Fricks Taten entrüstet,
auf diesen und verwundete ihn. Er wurde zu vierzehn Jahren
Gefängnis verurteilt. Frick wurde wiederhergestellt.
Carnegie versucht, die Verantwortung von sich abzuwälzen
Carnegie hatte all die Ausgaben für die Besoldung be-
waffneter Soldaten und die Umwandlung des Werkes in
sine Festung lieber auf sich genommen, als den Arbeitern eine
Lohnerhöhung von weniger als zehn Prozent zu gewähren.
Als nun die Jahre dahingingen und die Sticheleien über
die Mordtaten von Homestead Carnegies Ohren erreichten,
zu einer Zeit, als er sich bemühte, die allgemeine Achtung
und Lobpreisung zu erringen, da wurde er immer empfind-
licher gegen jede Anspielung auf dieses Ereignis und versuchte
die Verantwortung auf Frick abzuwälzen. Er selber sei da-
mals in Europa gewesen, daher könne ihn kein Tadel treffen.
Noch im September 1911, als der Vorstand der Man-
chester-Bibliotheken (in England) es ablehnte, von Carnegie
15 000 Dollar für die Errichtung von Zweigbibliotheken an-
zunehmen mit der Begründung, der amerikanische Stahl-
magnat habe zu Homestead die für bessere Bedingungen
kämpfenden Arbeiter niedergeschossen, brachte Carnegie
die alte Entschuldigung vor, er sei „im Norden von England
umherkutschiert, als die beklagenswerten Ereignisse von
Homestead sich abspielten‘“, und habe erst zwei Tage später
davon erfahren.