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verteilen und eine Reform der Quoten vorzunehmen. Im Jahre
1792 war der neue Verteilungsplan fertig; danach fielen Holland
621/,0, Friesland 9% (bisher 11%), Seeland 3% (bisher 9), der
Generaliteit 4% % zu!). Infolge der politischen Umwälzung kam
diese Reform nicht mehr zur Ausführung; sie hätte angesichts der
jetzt vorhandenen Notlage auch wenig genützt. Hatte man in
früheren Zeiten Besitzsteuern in der Form des 100. Pfennigs usw.
ausgeschrieben, so ergriff man nun weit schärfere Maßnahmen;
vom Besitz jeder Art erhob man in Holland 1788: 4, 1793/94: 2,
1795 und 1796 je 6%; in 17 Jahren (1788—1804) insgesamt vom
Besitz 36%; außerdem von den Einkommen 1797: 8, 17098: 10,
1801: 4, 1802—1804: je 7%, insgesamt 1797—1804: 53 %?). Alles
dieses half schließlich doch wenig; die Quellen des Reichtums ver-
siegten und konnten den wachsenden Ansprüchen nicht mehr ge-
nügen. Die Schuldenlast war inzwischen hoch gestiegen; sie betrug
Ende des Jahrhunderts 1126 Mill. fl., war aber zum größten Teil
erst nach 1795 dem Staat aufgebürdet?). Wir kommen darauf
unten zurück. Die Batavische Republik übernahm’ nun alle Schulden
der einzelnen Provinzen, der Admiralität, der Ostindischen Kom-
panie usw. Das erste Staatsbudget der neuen Republik, das 1799
erschien, brachte an Ausgaben 79 666 937 fl., von denen allein
29 237 196 fl. auf zu zahlende Zinsen und Renten kamen; nach
Abzug der provinziellen Bedürfnisse konnte man auf etwa 33 Mill. fl.
Einnahme rechnen. Bei der in der nächsten Zeit dauernden Ver-
mehrung der Staatsschuld, deren Zinsen von 1795 bis 1804 auf
34 Mill. stiegen*), war eine ordentliche Finanzwirtschaft völlig aus-
geschlossen. Vergeblich drängten nach genauer Prüfung der be-
stehenden Finanzverhältnisse Sachverständige wie Goldber g
und Gogel auf eine gründliche Reform des Steuerwesens als das
einzige Mittel, das Land vor dem völligen Ruin zu retten. ‚Die
Steuern‘, so schrieb Goldberg am ı0. Mai 1799, „Sind un-
gebührlich und tödlich für die nationale Industrie‘‘; nötig sei ein
weises und besseres Steuersystem®). Die Steuern beliefen sich da-
;. ) Sickenga, Bijdrage, S. ı17f.
*) Metelerkamp,II, S. 86. Über die hohen Steuern Colenbran-
der III, S. 306, 402; IV, 'S. 325 f.
°) Colenbrander, Napoleon en Nederland, S. 121.
* Weeveringh, S.2ıff,
5) Colenbrander, Gedenkstukken, III, S. 505 f.
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