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Einleitung
Auch in den spärlichen über die siebziger Jahre verstreuten Briefen
sind noch manche, die die sozialistische Bewegung in den verschiedenen
Ländern behandeln. Besonders wichtig sind die Briefe vom 9. und 10. Sep-
tember 1879, in denen Marx und Engels den Gegenangriff gegen den oppor-
tunistischen Vorstoß von Höchberg, Bernstein und Schramm besprechen.
Marx und Engels kam es jedoch nicht auf diese Züricher, aus Dührings
Schule hervorgegangene Intellektuellen-Gruppe an, sondern vor allem
auf die durch die Verhängung des Sozialistengesetzes verwirrten und ein-
geschüchterten, allzusehr „parlamentarisierten“ Parteiführer in Leipzig,
auf Liebknecht und Bebel. Aus den beiden Briefen geht hervor, daß Marx
und Engels im Begriffe waren, sie „öffentlich zu desavouieren“. Durch
welch „schroffe und rücksichtslose“ Kritik sie den Nacken der „Leipzi-
ger“ steiften, ist nun am besten aus dem großen „Expose“ ersichtlich, das
erst vor kurzem zum Vorschein kam und zum Abdruck gelangte.
Einige Briefe aus den Jahren 1879—82 behandeln die Fraktions-
kämpfe innerhalb der französischen Arbeiterbewegung. Sie lassen er-
kennen, welch stark fördernden Anteil besonders Marx an der Schaf-
fung der Französischen Arbeiterpartei hatte. In Engels’ Brief vom
11. August 1881 handelt es sich um den Bruch mit dem Gewerkschafts-
führer George Shipton, in dessen „Labour Standard“ Engels in einer
Reihe von Artikeln die Loslösung von den Liberalen und die Bildung einer
selbständigen proletarischen Arbeiterpartei in England propagiert hatte.
In allen Briefen über die sozialistische Arbeiterbewegung der ver-
schiedenen Länder, besonders in den Urteilen über jene Parteien und
Parteiführer, die ihnen am nächsten standen, tritt scharf die Linie des
internationalen revolutionären Marxismus hervor, die Marx und Engels
den sozialistischen und Arbeiterparteien ihrer Epoche gegenüber ver-
traten und für deren Durchsetzung sie einen beharrlichen Kampf führten.
In der Tat, der vertraute Briefwechsel der Verfasser des Kommunistischen
Manifests zeigt in anschaulicher Weise, daß sie stets verstanden haben,
„in den verschiedenen nationalen Kämpfen der Proletarier die gemein-
samen, von der Nationalität unabhängigen Interessen des gesamten Pro-
ietariats hervorzuheben und zur Geltung zu bringen“ und in den Kämp-
fen der Gegenwart immer zugleich die Interessen der Zukunft der prole-
tarischen Bewegung zu vertreten. Den Schwächen und Halbheiten der
verschiedenen Richtungen der Arbeiterbewegung gegenüber waren und
blieben sie die konsequentesten Verkünder und Verfechter der prole-
tarischen Revolution, — obwohl die Epoche der proletarischen Revo-
Iution sie nicht erlebt haben.
1) Internationale Presse-Korrespondenz, Berlin, Jg. 11, Nr. 62 vom 26. Juni 1931,
S. 1409— 1413.