Metadata : Das Gemüse in der Kriegswirtschaft

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Die  Herstellung  von  Dörrgemüse  ist  im  Jahre
1017  durch  verschiedene  Umstände  sehr  behindert  worden.  Zunächstwar ­
  es  den  Dörrbetrieben  nur  schwer  möglich,  sich  die  nötigen
Rohstoffe  zu  beschaffen.  Der  allgemeine  Hunger  nach  Gemüse
zum  Frischgenuß  bei  einer  teilweise  recht  wenig  günstigen  Ernte
bewirkte,  daß  allenthalben  eine  übermäßige  Nachfrage  nach  Gemüse ­
  hervortrat.  Zwar  hatten  auch  die  Dörrbetriebe  zahlreiche
Lieferungsverträge  geschlossen,  allein  die  dadurch  gesicherten  Mengen ­
  reichten  bei  weitem  nicht  aus.  Erst  als  im  Spätsommer  nach
und  nach  in  verschiedenen  Teilen  des  Reiches  mit  der  Zwangse
  r  f  a  s  s  n  n  g  vorgegangen  wurde,  kamen  auch  die  Dörrfabriken
zu  ihrem  Recht,  was  um  so  wichtiger  war,  als  ganz  gewaltige,
diejenigen  des  Vorjahres  weit  übersteigende  Anforderungen
vonHeerundMarine  vorlagen.  Dazu  kam  noch  die  Knappheit ­
  an  Brennstoffen,  die  viele  Betriebe  auf  längere  oder  kürzere
Zeit  völlig  lahmlegte,  so  daß  die  Gesamterzeugung  st  a  r  k
beeinträchtigt  'wurde.  Nach  Deckung  des  Bedarfs  der  bewaffneten
  Macht  werden  zur  Verteilung  an  die  Zivilbevölkerung
nicht  allzugroße  Mengen  verfügbar  sein.  Unter  der  Kohlenknappheit ­
  hat  auch  die  in  großem  Umfange  beabsichtigte  Trocknung ­
  von  Kohlrüben,  wozu  außer  den  eigentlichen  Dörrgemüsefabriken ­
  auch  andere  geeignete  Anlagen,  insbesondere  stillgelegte
Brauereien  und  Mälzereien  herangezogen  wurden,  erheblich
gelitten.
Das  Dörrgemüse  hat  sich  im  Laufe  der  Zeit  nichtallenthalben
  großer  Beliebtheit  erfreut,  und  es  ist  nicht  zu
verkennen,  daß  zeitweise,  namentlich  im  Frühjahr  1917,  Dörrgemüse,
  vornehmlich  gedörrte  Kohlrüben,  von  wenig  gütet  Beschaffenheit ­
  in  den  Verkehr  gelangt  sind.  Die  Ermittlungen  haben
aber  ergeben,daß  es  sich  dabei  fast  ausnahmslos  um  Ware  gehandelt
hat,  die  nicht  von  den  regelrechten  Dörrgemüse-Fabriken  hergestellt
worden  ist,  die  vielmehr  von  allen  möglichen  Stellen,  darunter
auch  Kommunalverbänden,  in  gänzlich  ungeeigneten  Betrieben,  so
z.  B'.  in  Ziegeleien,  getrocknet  worden  ist.  Auch  sind  ohne  Kenntnis
der  Reichsstelle  einzelne  Posten  schlechter  Auslandsware  von  Kommunalverbänden ­
  eingeführt  worden.  Im  Jahre  1917  ist  durch
Verbesserung  der  bestehenden  Bestimmungen  und  durch  ausgedehnte ­
  Fabrikkontrolle,  welche  die  Reichsstelle  für  Gemüse  und
Obst  und  die  Kriegsgesellschaft  für  Dörrgemüse  durch  eigens  dazu
eingerichtete  Abteilungen  ausüben  lassen,  dafür  Vorsorge  getroffen
worden,  daß  nur  noch  einwandfreie  Ware  hergestellt  und  dem
Verbrauche  zugeführt  wird.
            
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