Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

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(1286) 1869 Juli 3 
durchaus nicht polarisch entgegengesetzt sind, wie er bei seiner 
Zeitungsverwaltung annimmt und was auch andre anzunehmen 
haben, wenn sie nicht suspects werden wollten. 
Unser Wilhelm ist Sanguiniker und Lügner. Also wohl wieder 
starke Übertreibung in Schildrung des Siegs über Schweitzer. 
Doch ist jedenfalls etwas an der Sache. Schweitzer hätte den 
Rücktritt in die Hatzfeldtsche Kirche nicht begangen, wenn nicht 
in seinem eignen Verein erschüttert. Andrerseits hat er die allge- 
meine Auflösung durch die tölpelhafte Inszenierung seines letz- 
ten Staatsstreichs beschleunigt. Ich hoffe, daß in Folge dieser Ge- ı 
schichte die deutsche Arbeiterbewegung endlich aus dem Stadium 
der Lassalleschen Kinderkrankheit heraustreten und das Resi- 
duum derselben in bloßer Sektierervereinzelung verkommen 
wird, 
Was nun die verschiednen „absoluten Gebote“ des Wilhelm z 
angeht, so habe ich ihm geantwortet to this effect: 
Ich fühle durchaus kein Bedürfnis, mich den deutschen Ar- 
beitern zu zeigen, und komme nicht zu ihrem Kongreß. Wenn 
sie erst wirklich der „International“ beigetreten und sich eine 
anständige Parteiorganisation gegeben haben — und der Nürn-.z 
berger Tag hat gezeigt, wie wenig bloßen Versprechen, Tenden- 
zen usw. zu trauen —, wird sich by and by Gelegenheit finden. 
Zudem muß clearly verstanden sein, daß die neue Organisation 
ebensowenig „Volkspartei“ wie Lassallekirche für uns sein darf. 
Wenn wir jetzt kämen, müßten wir ja gegen die Volkspar- 
tei sprechen, was dem Wilhelm und Bebel doch nicht Recht 
wäre! Und wenn sie — mirabile dictu — dies selbst zugäben, 
müßten wir doch direkt unser Gewicht in die Wagschale 
gegen Schweitzer et Cons. werfen, statt daß die Umwälzung als 
freie Tat der Arbeiter selbst zu erscheinen hat, 
Was die Vermöblung des „Manifests“ angeht, so würden wir 
ıms das überlegen, sobald wir die Beschlüsse ihres Kongresses 
etc. gesehn. 
Seine 2 £ soll er halten und sich keine Sorgen über mein 
Reisegeld machen. Ihr Auftreten gegen Becker belobe ich. 
So viel darüber. — ; 
Wegen des Meißner ist es wohl am besten, wenn ich mit ihm 
spreche. Wenn Du übrigens Zeit hast (namentlich, wenn es Dein 
Aug nicht geniert), etwas fertig zu machen, so ist leichter mit 
als ohne Manuskript zu unterhandeln. So viel weiß ich, daß « 
Meißner 5 Bogen 2 vorzieht. Je kleiner die Broschüre, desto 
lästiger ihr Vertrieb, wie er mir selbst gesagt hat. 
Was sagst Du zu dem Verfahren des tugendhaften Gladstone 
und Puritaners Bright in Overend, Gurney et Co.? 
Auch sehr schön des Bruce Erklärung wegen der Mold-Füsi- 4 
A 
'52— 56
	        
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