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(1287) 1869 Juli 6
den versprochenen Aktien erinnerte, die ich natürlich auch
jetzt grade eben deswegen nicht besehen werde, weil W{ilhelm]
sagt, daß ich sie „natürlich erhalte“. Die Erwähnung der Aktien
hatte nur den Zweck, den Wilhlelm] zu veranlassen, sich über
den Status des Blatts zu äußern; es ist mir nämlich ziemlich klar,
daß Wlilhelm] und Konsorten die Sache so bummelig einge-
richtet haben, daß der Drucker oder sonst ein Gläubiger das
Blatt mit Beschlag belegen und sie an die Luft setzen kann, so-
bald es sich zahlt. Es könnte in dem Falle dem Herrn Wlil-
helm] sehr angenehm sein, wenn er hier einige Aktionäre sitzen ı
hätte, die ihren Rechtsanspruch zu seinen Gunsten gelten machen
könnten. Hätte der Narr mir in zufriedenstellender Weise ge-
antwortet (was aber schwerlich möglich war), so hätte er auch
Geld bekommen; aber auf die bloße Aufforderung hin, die sich
dazu selbst widersprach, und ohne daß er sich weder wegen Ssel- !
ner früheren Bummelei entschuldigte oder auch nur über die
Verhältnisse des Blatts ein Wort sagte, fiel mir das nicht ein. So
wollen wir doch den W[ilhelm] nicht gewöhnen.
Wie sehr sein Siegsgeschrei verfrüht war, zeigen die 4 Social-
Demokraten, die Du mir heute schicktest. Daß Schwleitzer! auch z
stark lügt, ist sicher, aber er scheint doch momentan die Masse
der rank and file gerettet zu haben. Indes geht’s doch stark ab-
wärts mit ihm, und wenn er einen andern Gegner hätte als Wil-
hlelm], so würde das den Prozeß sehr beschleunigen. Aber frei-
lich, der schwüle Kohl, den W[ilhelm] jetzt als seine „Rede“ ab-
drucken läßt, wird nicht viel helfen. Der Bebel geht doch dem
Schwleitzer] direkt auf den Leib und bringt einige fatale Sachen
für ihn vor, wonach es doch wohl möglich wäre, daß Schwleitzer]
seinen Teil von den dem Stieber überantworteten Welfenfonds
erhielte,
Jedenfalls ist mit Wilh[elm] nichts anzufangen, solange er
nicht seine Organisation von der- Volkspartei ganz entschieden
getrennt und sich mit diesen Leuten höchstens auf ein loses Kar-
tellverhältnis gestellt hat. Auch gut, daß er die Internationale auf
den Titel seines Blättchens setzen will, das dann zugleich«
Organ der Volkspartei und der Internationalen Arbeiterasso-
ziation sein würde! Organ der deutschen Spießbürger und der
europäischen Arbeiter!
Auch ein schöner Standpunkt von Wilhlelm], daß man vom
„jetzigen Staat“ Konzessionen an die Arbeiter weder nehmen
noch selbst erzwingen darf. Damit wird er verdammt viel bei
den Arbeitern ausrichten.
Für Meißner kann ich Dir unmöglich rechtzeitig etwas fertig-
machen. Ich muß, bis die Bilanz fertig ist, wöchentlich minde-
stens 2—3 Mal in die Stadt laufen und voraussichtlich in den «
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Z. 17 (S 0o)—18.
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