(1294) 1869 Juli 25
211
Was nun die Reise angeht, so würde ich an Deiner Stelle, so-
bald Jenny so weit ist und Dein Karbunkel geheilt, aufpacken.
Den Reiseplan kannst Du dann ganz nach Belieben einrichten und
den p. p. Kugelmann ebenfalls besuchen. Auf diese Weise — in-
s dem Du Deine Reisezeit und seine Badezeit nicht oder nur teil-
weise zusammenfallen läßt —, kommst Du am Besten an der
Karlsbader Geschichte vorbei. Amicus Kugelmann ist in Be-
ziehung auf seinen Gesundheitszustand jedenfalls stark Hypo-
chonder und würde allerdings ein etwas trüber Badekollege in
o Karlsbad sein. Da ich vor 15.—20. August ohnehin nicht frei
werde, wäre es Wahnsinn, wenn wir auf irgend etwas Kombinier-
tes spekulieren wollten. Werde ich früher frei, so kann man immer
noch sehn, was zu machen ist.
Der Mrs. Monroe würde ich aber gefälligst etwas ernstlich zu
6 Leibe rücken. Jenny sollte hingehn und ihr gradezu sagen, sie
brauchte die cash. Vielleicht erwartet Mrs. Ml[onroe] die Ein-
reichung einer förmlichen Rechnung: Mrs. Ml{onroe] to Miss
Marx. To one halfyear’s tuition etc. Aber falls Jennys Besuch
nichts hilft, würde ich ihr an Deiner Stelle einen höflichen, je-
% doch gemessenen Brief schreiben. Diesen Schotten muß man zei-
gen, daß man weiß, was business ist, sie respektieren Einen
dann um so mehr.
Die Unverschämtheit des braven Wilhelm übersteigt wirklich
das Mögliche. Dir noch beweisen zu wollen, daß er sich mit
z seiner Lügengeschichte „innerhalb der Grenzen Deines Briefs“
gehalten hat! Wie faul dabei sein Gewissen, beweist, daß er da-
bei den ihm sonst so verhaßten Ausdruck „Rechnung tragen“
gebraucht und die schließlichen Rechnungsappelle an Dein gutes
Herz. Dieser Schwachkopf verlangt, wir und die ganze Inter-
z nationale sollen alle seine Wandlungen in re Schweitzer mit
durchmachen, Friede schließen, wenn er Friede schließt, auf
S[chweitzer] loshauen, wenn er drauflos haut, und ihm dabei er-
lauben, im Namen der Internationale drauflos zu lügen, sobald
er es für „notwendig“ hält. Dabei will Er dem Kongreß vor-
z schreiben, wer zugelassen werden soll und wer nicht.
Auch gut, daß Er Dir in der Vogtgeschichte die Abwehr
„überlassen!“ hat und „aus Parteirücksichten“. Der Mann
kommt sich wirklich gewissermaßen ernsthaft vor.
Und wie faul die Geschichte mit den Fabrikinspektoren! Die
o Regierung will platterdings welche einführen, aber Liebknecht
hat sie daran verhindert, im wohlverstandenen Interesse
der Arbeiter, damit diese nicht dadurch bestochen werden! Bis-
marck durch Liebknecht verhindert! Wie heißt! Von der Pfiffig-
keit dieser Politik gar nicht zu sprechen.
Den 18. Brumaire gestern mit Dank erhalten. Das Buch liest
14%
7. 14—22.
94.99.
BE il,