Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

(1094) 1868 Jan. 8 
1094. Marx an Engels; 1868 Januar 8. 
8. Januar 1868. 
Dear Fred, 
Ad vocem Dühring. Es ist viel von dem Mann, daß er 
Jen Abschnitt über die „Ursprüngliche Akkumulation“ s 
fast positiv akzeptiert. Er ist noch jung. Als Anhänger Careys im 
direkten Gegensatz zu den freetraders. Außerdem Privat- 
dozent, also nicht unglücklich darüber, daß Professor 
Roscher, der ihnen allen den Weg versperrt, Fußtritte erhält. Mir 
ist eins aus seiner Charakteristik sehr ins Aug’ gestochen. Näm- zo 
lich, solang die Wertbestimmung durch die Arbeitszeit wie bei 
Ricardo selbst „unbestimmt‘“, macht sie die Leute nicht shaky. So- 
bald aber exakt mit dem Arbeitstag und seinen Variationen in 
Verbindung gebracht, geht ihnen ein ganz unangenehmer neuer 
Leuchter auf. Ich glaube, daß Dühring mit aus Malice gegen Ro- ıs 
scher das Buch überhaupt besprochen hat. Seine Angst, auch ver- 
roschert zu werden, ist allerdings sehr riechbar. Sonderbar ist’s, 
daß der Kerl die drei grundneuen Elemente des Buchs nicht her- 
ausfühlt, 1. daß im Gegensatz zu aller früheren Ökonomie, die 
von vorn herein die besondren Fragmente des Mehrwerts 29 
mit ihren fixen Formen von Rente, Profit, Zins als gegeben behan- 
delt, von mir zunächst die allgemeine Form des Mehrwerts, worin 
all das sich noch ungeschieden, sozusagen in Lösung befindet, be- 
handelt wird. 
2. Daß den Ökonomen ohne Ausnahme das Einfache entging, 2 
daß wenn die Ware das Doppelte von Gebrauchswert und Tausch- 
wert, auch die in der Ware dargestellte Arbeit Doppelcharakter 
besitzen muß, während die bloße Analyse auf Arbeit sans 
phrase wie bei Smith, Ricardo ete. überall auf Unerklärliches 
stoßen muß. Es ist dies in der Tat das ganze Geheimnis der kri- 2 
tischen Auffassung. 
3. Daß zum erstenmal der Arbeitslohn als irrationelle Erschei- 
aungsform eines dahinter versteckten Verhältnisses dargestellt und 
dies genau an den beiden Formen des Arbeitslohns: Zeitlohn und 
Stücklohn dargestellt wird. (Daß in der höheren Mathematik sich 3: 
öfter solche Formeln finden, war mir behülflich.) , 
Was die von Herrn Dühring gemachten bescheidenen Einwen-, 
lungen gegen die Wertbestimmung betrifft, so wird er sich in 
Band II wundern, wie wenig die Wertbestimmung „unmittelbar“ 
in der bürgerlichen Gesellschaft gilt. In der Tat, keine Gesell. 4 
schafts form kann verhindern, daß one way or another die dis- 
ponible Arbeitszeit der Gesellschaft die Produktion regelt. Aber, 
solange sich diese Reglung nicht durch direkte bewußte Kontrolle 
der Gesellschaft über ihre Arbeitszeit — was nur möglich bei Ge-
	        
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