(1321) 1869) Nov. 19
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dann soll ich ihn noch geistig und materiell unterstützen, ihm
Artikel für sein Blättchen schicken, das er mir, ohne ein Wort
zu sagen, aufhört zuzuschicken. Wenn Du ihm schreibst, so wirst
Du mir einen Gefallen tun, ihm zu verstehen zu geben, wenn er
Artikel von mir wolle, so solle er gefälligst direkt an mich schrei-
ben. Des Herrn Wilhelm Schuhputzer, das fehlte noch! Die
Briefe inliegend zurück.
Besten Dank für die irischen Pamphlets und Reports, die
2 für M[oore] und Schlorlemmer] werde ich abgeben.
o Wann war der Reclus in London? Und wie steht’s mit der
französischen Übersetzung Deines Buchs? Ich höre, seit ich wie-
der hier bin, kein Wort davon.
Nun zu Carey.
Mir scheint die ganze Streitfrage die eigentliche Ökonomie
s gar nicht direkt zu berühren. Ric[ardo] sagt, Rent ist der Über-
schuß des Ertrags ergiebigerer Grundstücke über den der am
wenigsten ergiebigen. Ganz dasselbe sagt Carey auch.
Fortsetzung folgt per II. Post!
Dein F. E.
Was also Rent ist, darüber sind sie einig. Nur, wie und wo-
Jurch Rent entsteht, wird gestritten. Nun ist Ricardos Beschrei-
bung des Hergangs, wodurch Rent entsteht (Carey, p. 104),
ebenso unhistorisch wie alle dergl. Geschichtsklitterungen der
Ökonomen und wie Careys eigne große Robinsonade von Adam
s und Eva p. 96 ff. Bei den alten Ökonomen inklusive Ricardo ist
dies noch gewissermaßen zu entschuldigen, sie wollen gar keine
historischen Kenntnisse haben, sie sind ebenso ungeschichtlich in
ihrer ganzen Anschauung wie die übrigen Aufklärer des 18, Jahr-
hunderts, bei denen solche angeblich historische Exkurse ja
* immer nur facon de parler sind, um sich die Entstehung von Die-
sem und Jenem in rationeller Weise vorstellen zu können, und
wobei die Urmenschen immer grade so denken und handeln, als
wären sie Aufklärer des 18. Jahrhunderts. Wenn aber Carey, der
eine eigne geschichtliche Theorie entwickeln will, uns da Adam
* und Eva als Yankee-Hinterwäldler vorführt, so kann er nicht ver-
langen, daß man ihm das glaubt, er hat solche Entschuldigung
nicht.
Die ganze Streitfrage wäre Null, wenn nicht Ric[ardo] in sei-
ner Naijvität das ergiebigere Land schlechthin als „fertile“ be-
” zeichnet hätte. The most fertile and most favorably
situated land wird nach R[icardo] zuerst bebaut. Ganz wie ein
denkender Bürger eines seit Jahrhunderten bebauten Landes sich
die Sache vorstellen muß. Nun klammert sich der Clarey] an das
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