Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

(1321) 1869 Nov. 19 
„fertile‘“ an und schiebt dem Rl[icardo] unter, er habe behauptet, 
die an sich ertragfähigsten Landstriche seien zuerst in Be- 
bauung genommen, und sagt: Nein, im Gegenteil, die an sich 
fruchtbarsten (das Tal des Amazonas, das Gangesdelta, Tropisch- 
Afrika, Borneo und Neuguinea usw.) sind sogar jetzt noch nicht 
bebaut, die ersten Ansiedler nehmen immer die sich selbst 
drainierenden, also auf Höhen und an Abhängen gelegenen 
Striche zuerst in Kultur, weil sie nicht anders können, diese aber 
sind von Natur die ärmeren. Und wenn Ric[ardo] sagt: Fertile 
and the most favorably situated, so sagt er dasselbe, z 
ohne zu merken, daß er sich loosely ausdrückt und daß man in 
diese beiden durch and verbundenen Qualifikationen einen 
Widerspruch legen kann. Wenn aber Carey p. 138 eine Zeich- 
nung gibt und behauptet, Rlicardo] setze seine ersten Ansiedler 
ins Tal, während Clarey] sie auf die Höhen (in der Zeichnung % 
auf nackte Felsspitzen und unpraktikable Abhänge von 45 Grad) 
setzt, so lügt er dem Rlicardo} dies einfach an. 
Careys historische Exempel, soweit sie sich auf Amerika 
beziehn, sind das einzig Brauchbare im Buch. Als Yankee hat er 
den Prozeß der Settlements selbst durchmachen und von Anfang % 
an verfolgen können, und da weiß er also Bescheid. Trotzdem ist 
auch da sicher viel Unkritisches dazwischen, das erst zu sichten 
wäre. Sowie er aber nach Europa kommt, geht die Konstruktion 
und die Blamage an. Und daß Cl[arey] auch in Amerika nicht 
unbefangen, darauf deutet der Eifer, mit dem er die Wertlosig- 2 
keit, ja die negative Wertqualität (daß das Land gewisser- 
maßen minus 10 Dollars per acre wert ist) des unbebauten Bodens 
nachzuweisen sucht und die Aufopferung der Gesellschaften 
preist, die zu ihrem eignen sichern Ruin wüstes Land für die 
Menschheit nutzbar machen. Wenn das im Land der kolossalen 2 
Landjobberei erzählt wird, so macht das einen komischen Ein- 
druck. Hier übrigens wird das Prärieland nirgends erwähnt, 
und auch sonst wird darüber sehr leise hinweggegangen. Die 
ganze Geschichte von der negativen Wertqualität des wüsten Bo- 
dens und alle seine Rechnungsnachweise wird übrigens von Ame- 3; 
rika selbst am Besten widerlegt, Wäre dem so, so müßte Amerika 
nicht nur das ärmste Land sein, sondern relativ mit jedem 
Jahr ärmer werden, weil immer mehr Arbeit auf diesen wertlosen 
Boden weggeworfen wird. 
Was nun seine Definition von Rent angeht: the amount recei- « 
ved as rent is interest upon the value of labor expended, minus 
the difference between the productive power (the rent-paying 
land) and that of the newer soils which can be brought into acti- 
vity by the application of the same labor that has been there given 
to the work — p. 165, 166 —, so mag das hier und da innerhalb
	        
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