(1321) 1869 Nov. 19
„fertile‘“ an und schiebt dem Rl[icardo] unter, er habe behauptet,
die an sich ertragfähigsten Landstriche seien zuerst in Be-
bauung genommen, und sagt: Nein, im Gegenteil, die an sich
fruchtbarsten (das Tal des Amazonas, das Gangesdelta, Tropisch-
Afrika, Borneo und Neuguinea usw.) sind sogar jetzt noch nicht
bebaut, die ersten Ansiedler nehmen immer die sich selbst
drainierenden, also auf Höhen und an Abhängen gelegenen
Striche zuerst in Kultur, weil sie nicht anders können, diese aber
sind von Natur die ärmeren. Und wenn Ric[ardo] sagt: Fertile
and the most favorably situated, so sagt er dasselbe, z
ohne zu merken, daß er sich loosely ausdrückt und daß man in
diese beiden durch and verbundenen Qualifikationen einen
Widerspruch legen kann. Wenn aber Carey p. 138 eine Zeich-
nung gibt und behauptet, Rlicardo] setze seine ersten Ansiedler
ins Tal, während Clarey] sie auf die Höhen (in der Zeichnung %
auf nackte Felsspitzen und unpraktikable Abhänge von 45 Grad)
setzt, so lügt er dem Rlicardo} dies einfach an.
Careys historische Exempel, soweit sie sich auf Amerika
beziehn, sind das einzig Brauchbare im Buch. Als Yankee hat er
den Prozeß der Settlements selbst durchmachen und von Anfang %
an verfolgen können, und da weiß er also Bescheid. Trotzdem ist
auch da sicher viel Unkritisches dazwischen, das erst zu sichten
wäre. Sowie er aber nach Europa kommt, geht die Konstruktion
und die Blamage an. Und daß Cl[arey] auch in Amerika nicht
unbefangen, darauf deutet der Eifer, mit dem er die Wertlosig- 2
keit, ja die negative Wertqualität (daß das Land gewisser-
maßen minus 10 Dollars per acre wert ist) des unbebauten Bodens
nachzuweisen sucht und die Aufopferung der Gesellschaften
preist, die zu ihrem eignen sichern Ruin wüstes Land für die
Menschheit nutzbar machen. Wenn das im Land der kolossalen 2
Landjobberei erzählt wird, so macht das einen komischen Ein-
druck. Hier übrigens wird das Prärieland nirgends erwähnt,
und auch sonst wird darüber sehr leise hinweggegangen. Die
ganze Geschichte von der negativen Wertqualität des wüsten Bo-
dens und alle seine Rechnungsnachweise wird übrigens von Ame- 3;
rika selbst am Besten widerlegt, Wäre dem so, so müßte Amerika
nicht nur das ärmste Land sein, sondern relativ mit jedem
Jahr ärmer werden, weil immer mehr Arbeit auf diesen wertlosen
Boden weggeworfen wird.
Was nun seine Definition von Rent angeht: the amount recei- «
ved as rent is interest upon the value of labor expended, minus
the difference between the productive power (the rent-paying
land) and that of the newer soils which can be brought into acti-
vity by the application of the same labor that has been there given
to the work — p. 165, 166 —, so mag das hier und da innerhalb