Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

\1322) 1869 Nov. 26 
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ted States ist das Pech, daß die Sklavenhalter (die Herr Clarey] 
sonst als Harmoniker in allen seinen früheren Schriften vertei- 
digt) zu frühzeitig den besseren Boden in Anbau nehmen und den 
schlechteren überspringen. Also, was nicht sein sollte, Beginn mit 
dem besseren Boden! Wenn Clarey] an diesem Beispiel sich 
selbst überzeugt, daß die wirklichen Bebauer, hier die Sklaven, 
weder durch ökonomische noch andre Gründe of their own be- 
stimmt werden, sondern durch äußeren Zwang, so hätte er 
an den 5 Fingern abzählen können, daß dieser Umstand auch in 
o andern Ländern stattfindet. 
Nach seiner Theorie hätte die Kultur in Europa von den Ber- 
zen Norwegens ausgehn und von da nach den Ländern des Mittel- 
meers fortgehn müssen, statt umgekehrt zu marschieren. 
Den Sklichen ökonomischen Umstand, daß, im Gegensatz zu 
6 aller andern verbesserten Maschinerie, die bei ihm stets bes- 
sere Erdmaschine ihre Produkte — wenigstens periodenweise — 
verteuert, statt zu verwohlfeilern (dies war einer der 
Umstände, die Ricardo bestimmten; er sah auch mit seiner Nase 
nicht weiter als die Geschichte der Getreidepreise von about 1780 
” bis 1815 in England), sucht Carey durch eine höchst abge- 
schmackte und phantastische Geldtheorie wegzuhexen. 
Als Harmoniker wies er zuerst nach, daß kein Antagonism 
zwischen Kapitalist und Lohnarbeiter. Der zweite Schritt war, die 
Harmonie zwischen Grundeigentümer und Kapitalist zu bewei- 
% sen, und zwar geschieht dies, indem das Grundeigentum dort als 
normal aufgestellt wird, wo es sich noch nicht entwickelt 
hat. Die große, entscheidende Differenz zwischen Kolonie und alt- 
zivilisiertem Land, daß in letzterem die Volksmasse vom Grund 
und Boden, fruchtbar oder unfruchtbar, bebaut oder unbebaut, 
” durch das Grundeigentum ausgeschlossen ist, während in 
der Kolonie der Boden relatively speaking noch vom Bebauer 
selbst angeeignet werden kann — dieser Umstand darf bei Leibe 
nicht erwähnt werden. Er darf absolut keine Rolle in der raschen 
Entwicklung der Kolonien spielen. Die ökliche „Eigentums- 
*Irage“, und zwar in ihrer öklichsten Form, würde ja der Har- 
monie ein Bein schlagen. 
Was die absichtliche Verdrehung angeht, daß, weil in einem 
Land mit entwickelter Produktion die natürliche Fruchtbarkeit 
des Bodens ein bedeutender Umstand für die Produktion von 
a Mehrwert ist (oder, wie Ricardo sagt, die Profitrate affıziert), 
nun umgekehrt folgt, daß danach in den von Natur fruchtbarsten 
Erdstrichen auch die reichste und entwickeltste Produktion statt- 
Änden müsse, also z. B. in Mexiko höher stehn müsse als in Neu- 
england, so habe ich darauf schon geantwortet in „Das Kapi- 
6 tal“, p. 502 sag.
	        
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