Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

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(1370) 1870 Mai 10 
träge besorgt. Eben deshalb soll ich ihm jetzt „regelmäßig“ 
schreiben, und Du sollst nach „Stuttgart“ kommen, ganz wie er 
Dich als member für den Norddeutschen Reichstag vorschlagen 
wollte! 
Ich hatte ihm geschrieben, wenn er über Hegel nur den alten 
Rotteck-Welckerschen Dreck zu wiederholen wisse, so solle er 
doch lieber das Maul halten. Das nennt er den Hegel „etwas un- 
zeremoniöser übers Knie brechen ete.‘“ und, wenn er Eseleien 
unter Engels’ Aufsätze schreibt, so „Engels kann ja (!) Aus- 
führlicheres (!!) sagen“. Der Mensch ist wirklich zu dumm. x 
In dem Rundschreiben, was auf einem so „romantischen“ 
Weg an ihn gelangt ist, heißt’s, der Generalrat behalte sich vor, 
über Schweitzer etc. „öffentlich“ zu sprechen, sobald er’s 
für passend halte. Das verwandelt Wilhelm dahin, daß wir uns 
„öffentlich erklären wollen“ — für Wilhelm! 
In Bezug auf den nächsten Kongreß, was meinst Du von Bebels 
Vorschlag wegen Mainz oder Mannheim? Eher Mainz. Die Sache 
wäre insofern gut, als in Deutschland Herr Bakunin et Co. total 
ohnmächtig wären. 
Der unverschämte Wilhelm, der meinen „Bonaparte“ kaum # 
einer Notiz in seinem Blättchen wert erachtet, verlangt von mir 
Erlaubnis, meine Aufsätze über die französische Revolution ab- 
zudrucken! 
Aus der Marseillaise von letztem Sonntag wirst Du 
sehn, daß die „Opinion Nationale“, das Plonplon-Blatt, % 
entdeckt hat, daß das von mir geschriebne französische 
Original unsrer Erklärung notwendig in Paris geschrieben 
worden ist! Übrigens freut’s mich, daß dies Blatt endlich seine 
ıns bisher geschenkte und uns sehr widerliche Protektion aufgibt. 
Die altirische Weibergeschichte ist immer noch schwach, ver- « 
glichen mit dem, was die Kelten in Wales darin geleistet haben. 
Das war ganz (bis ins 11.—12, Jahrhundert) Fouriers Phantasie 
mise en pratique. 
Kugelmann hat mir zu meinem Geburtstag zwei Stück Tapete 
aus dem Arbeitszimmer von Leibniz” geschickt, was mich sehr * 
amüsiert hat. Nämlich L[eibniz’] Haus ist niedergerissen worden 
letzten Winter, und die dummen Hannoveraner — die in London 
ein Geschäft mit den Reliquien hätten machen können — haben 
alles weggeschmissen. Diese zwei Stück stellen jedes etwas Mytho- 
logisches dar, das eine Neptun in seinen Wogen etc. und das andre “ 
Venus, Amor etc., ganz im schlechten Louis XIV.-Geschmack. Da- 
gegen bewährt sich die Güte (Solidität) der damaligen Manufak- 
turarbeit, verglichen mit der jetzigen. Ich habe beide Sachen in 
3 Im Oriz. Leihnitz 
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