Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

(1373) 1870 Mai 15 
Preußen müssen die Stadt erst in Belagerungszustand erklären, 
ehe sie was machen können. Darmstadt hat zu wenig Proletariat 
und daneben einen kleinen Hof, da hört alle Berechnung auf. 
Mannheim hat auch nicht so viel Proletariat wie Mainz, und über- 
; haupt wäre es, glaub’ ich, gut, den Kongreß unter der Nase der 
preußischen Soldaten abzuhalten. Wird er gesprengt, so geht die 
ganze Herrlichkeit nach Brüssel, wohin selbst die in Preußen 
Kompromittierten über Straßburg, Metz und Luxemburg in 
24 Stunden kommen können, die Andern über Köln oder Saar- 
9 brücken-Luxemburg. Apropos, die Internationale sollte in Luxem- 
burg Fuß zu fassen suchen, dort sind viele Bergarbeiter, Gerber 
usw. Das muß von Saarbrücken oder Aachen her geschehn, dem 
Ausschuß wäre das aufzugeben. 
Besten Dank für die Keltica. Ich werde ein paar Stunden dran 
ıs wenden, auf der Chatham Library des Nähern nachzusehn, wo ich 
wohl Einiges finden werde. 
Ogygia ist ein greulich unkritisches Ding; es finden sich hie 
und da einige Notizen von Wert, weil dem Kerl alte, jetzt ver- 
lorne Schriften zu Gebot standen, aber um diese festzustellen, 
% müßte man mindestens 3 Jahr lang irische Codices ochsen. Dr. 
Ch. O’Connors Scriptores sind mehr oder weniger gute Quellen, 
aber meist schon später; er hat aber auch die Annalen von Ulster 
mit lateinischer Übersetzung und ditto den ersten Band der An- 
nalen der 4 Magister herausgegeben, und ich weiß nicht, ob diese 
damit inbegriffen. Aber die Annalen der 4 Magister, das Haupt- 
werk, ist 1856 von Dr. O’Donovan ediert und übersetzt worden, 
und ich habe sie hier, gestern den ersten Band durchgemacht. 
Ware ist (Sir Jam. Ware, ich glaube Richter oder so etwas 
unter Karl I.) von den Älteren bei weitem der Beste, auch ihm 
1 lagen jetzt verlorne Manuskripte in Übersetzung vor, er schrieb 
lateinisch (Waraeus), ich habe ihn hier englisch und lateinisch. 
Die fortwährende Lektüre irischer Bücher, d. h. der neben- 
stehenden englischen Übersetzung, war nicht auszuhalten ohne 
wenigstens ganz oberflächliche Kenntnis der Laut- und Flexions- 
% gesetze der Sprache. Ich habe hier eine scheußliche irische Gram- 
matik von anno 1773 entdeckt und vorgestern durchgeochst, da- 
durch Einiges gelernt, aber der Mann selbst hatte keine Ah- 
nung von den eigentlichen Gesetzen des Irischen. Die einzige gute 
Grammatik ist von Dr. John O’Donovan, dem oben Erwähnten, 
vo dem besten Irologen dieses Jahrhunderts. Wenn Du nach dem 
Museum kommst, könntest Du sie Dir einmal geben lassen, um zu 
sehn, was sie ungefähr kosten würde (der O’D[onovan] hat die 
Manier, nichts als dicke teure Quartanten drucken zu lassen): 
O’Dlonovanls Irish Grammar. Ferner könntest Du einmal an- 
45 Sehn: 
zE 
F 42 (der)-—4d) -
	        
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