Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

(1405) 1870 Sept. 2 
375 
Verlust von Lothringen und Elsaß ist Frankreich noch by far 
nicht so vermöbelt wie Preußen es wurde durch Napoleons Til- 
siter Pferdekur. Und was half das dem Napoleon I.? Es brachte 
Preußen auf den Strumpf. 
Ich glaube nicht, daß Rußland in diesem Krieg schon aktiv 
interveniert. Ich glaube nicht, daß es dafür vorbereitet ist. Aber 
es ist ein diplomatischer Meistercoup, sich schon ietzt als saviour 
Frankreichs anzukündigen. 
In meinem ausführlichen Antwortschreiben an das Braun- 
oo schweiger Komitee habe ich die widerliche „Identität“, worin 
unser Wilhelm sich, sobald es seinen Zwecken dient, mit mir 
andern vorlügt, ein für allemal beseitigt. Es ist gut, daß er durch 
seine Initiative mir die Gelegenheit gab, mich einmal offiziell über 
dies von ihm absichtlich und mit bösem Gewissen unterhaltene 
15 malentendu zu erklären. 
Was sagst Du denn zu dem Familiendichter Freiligrath? Sogar 
historische Katastrophen wie die jetzige dienen ihm nur zur Be- 
singung seiner eignen brats. Dabei wird der volunteer „Kranken- 
wärter“ für die Engländer noch dazu in einen „Surgeon“ ver- 
% wandelt. 
Der Briefwechsel zwischen dem schwäbischen Exseminaristen 
D. Strauß und dem französischen Exjesuitenzögling Renan ist 
eine erheiternde Episode. Pfaff bleibt Pfaff. Der historische Kur- 
sus des Herrn Strauß scheint in Kohlrausch oder einem ähnlichen 
# Schulbuch seine Wurzeln zu besitzen. 
Addio! Dein K. M. 
Mit Bezug auf die Verschießung Saarbrückens scheinen die 
Preußen denn doch arg gelogen zu haben. 
Eine Farce in Paris schlägt die andre. Aber das Schönste doch 
% die Soldaten, die zu einem Tor heraus und zum andern herein- 
marschieren. 
Einliegend auch ein Brief von Laura. Die Narren zögern un- 
verzeihlich mit ihrem Rückzug nach Bordeaux. 
1406. Engels an Marx; 1870 September 4. 
Manchester. 4. September 1870. 
Was schert mich Weib, was schert mich Kind, 
[ch trage höhres Verlangen; 
Laß sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind — 
Mein Kaiser. mein Kaiser gefangen! 
Z. 12 (durch) —12 (Tnitiative) 
14 (absichtlich . . . Gewissen) 
18-—90 
BO
	        
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