Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

(1408) 1870 Sept. 7 
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einzukaufen und zu verpacken. Von da wollen sie womöglich nach 
Metz, wo Jeder von ihnen einen Bruder bei der Armee hat. 
Bezeichnend für die Lauseregierung in Paris ist, daß auch sie 
nicht wagt, dem Publikum reinen Wein einzuschenken darüber, 
wie die Sachen eigentlich stehn. Ich fürchte, wenn kein Wunder 
passiert, ist ein Moment der direkten Bourgeoisherrschaft un- 
ter den Orleans unvermeidlich, um den Kampf in seiner reinen 
Gestalt vor sich gehn zu lassen. Die Arbeiter jetzt zu opfern, wäre 
Strategie a la Bonaparte und Mac Mahon; vor dem Frieden kön- 
o nen sie unter keinen Umständen was machen, und nachher werden 
sie fürs Erste auch noch Zeit zur Organisation bedürfen. 
Die Allianzdrohung wird wohl etwas auf die Preußen drücken. 
Aber sie wissen, daß die russischen Hinterlader nichts taugen, 
daß die Engländer keine Armee haben und die Östreicher sehr 
# schwach sind. In Italien scheint Bismarck mit dem Papst (da die 
Florentiner Regierung offiziell anzeigt, sie gehe noch im Septem- 
ber nach Rom), ferner mit Zusage von Savoyen und Nizza den Re- 
gierenden jeden Widerstand unmöglich gemacht zu haben; der 
Coup war fein. Übrigens scheint Bismarck nur auf etwas Druck 
% zu warten, um sich mit Geld und der Stadt Straßburg und Um- 
kreis zu begnügen. Er kann die Franzosen noch brauchen und 
mag sich einbilden, das könnten sie für Großmut ansehn. 
Adiüs. beste Grüße. Dein F. E. 
1409. Marx an Engels; 1870 September 10. 
10. September 1870. 
Lieber Fred. 
Du und Dupont müßt mich entschuldigen, wenn ich spät und 
aur mit wenigen Zeilen antworte. Ich bin mit nolitischem husiness 
dverwhelmed. 
Wie angenehm einem die Sache gemacht wird, wirst Du aus 
den beiliegenden Eseleien, aus den entgegengesetzten Punkten — 
Braunschweig und Paris — ersehn. 
Du weißt, daß ich nach Braunschweig Instruktionen schrieb. 
Man unterstellt dabei — mit Unrecht —, daß man nicht mit 
5 flegelhaften babies zu tun hat, sondern mit gebildeten Leuten, die 
wissen müssen, daß die brutale Sprache von Briefen nicht „für 
den Druck“ berechnet ist, und daß ferner in Instruktionen ge- 
heime Winke gegeben werden müssen, die nicht unter Trom- 
melschall zu verraten sind. Well! Diese Esel drucken nicht 
n nur „wörtlich“ aus meinem Brief ab. Sie zeigen auf mich 
mit der Heugabel als den Briefschreiber. Sie drucken dazu 
7 34 (mit Unrecht)
	        
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