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Erstes Buch. Die Begründer.
Es muß sogar der Augenblick kommen, in dem der notwendige Lohn
alles aufzehrt, und für den Profit nichts mehr übrig bleibt. Dann wird
eine neue Ära in der Geschichte beginnen; denn, wenn alle Beweggründe
zur Ansammlung von Kapitalien mit dem Verschwinden des Kapitalprofits
wegfallen, wird das Kapital nicht weiter wachsen, kein neues Land
wird mehr unter Kultur genommen werden, und gleichzeitig wird die
Bevölkerung die definitive und letzte Grenze erreicht haben 1 ). Der
„stationäre Zustand“ wird eingetreten sein. Eine trübselige Aussicht!
die aber später Stuart Mild in einer so beredten Sprache beschreiben
sollte, daß man sich fast damit aussöhnen möchte. Doch befriedigte sie
Ricardo nicht, der ein großer Finanzmann und keineswegs ein Philosoph
war. Er fand seine eigenen Prophezeiungen höchst erschreckend, und in
Wirklichkeit liegt auch eine merkwürdige Ironie in der Tatsache, daß das
Gesetz des endlos sinkenden Gewinnes zuerst von einem großen Vertreter
des Kapitalismus entdeckt worden ist. Wenn ihn etwas beruhigte, so
war es die Betrachtung der gegenwirkenden Kräfte, die das Sinken des
Profits zur gleichen Zeit wie das Steigen der Rente in Schranken halten
konnten: die wirksamste dieser Kräfte erblickte er in der Freiheit des
Außenhandels (siehe den folg. § 3).
Im großen und ganzen treten jetzt die allgemeinen Grundzüge der
Einkommensverteilung mit eindrucksvoller Einfachheit hervor, viel klarer,
als in dem berühmten „Tableau Economique“ Quesnay’s, und der Wirklichkeit
viel näher, — wenigstens für die Zustände, wie sie zur Zeit Ricardo s
in England bestanden, denn heute fügen sie sich nicht mehr den Tatsachen
ein. Man könnte sie in einem Diagramm dreier Linien veranschaulichen.
Die obere steigende Linie würde den Anteil des Bodens, die Bodenrente,
darstellen. Die Rente des Grundbesitzes wächst in zweifacher
Weise: in natura und in Geld, denn im Maßstab, wie die Bevölkerung
oder die Bedürfnisse steigen, erhält er eine immer größere Menge Getreide,
das immer teuerer wird. Jedoch kann dieses Wachstum nicht endlos sich
fortsetzen, denn, an einem bestimmten Punkt angelangt, verhindert die
Erhöhung des Getreidepreises den weiteren Bevölkerungszuwachs und
folglich zur gleichen Zeit auch die weitere Steigerung der Rente, da, wenn
die Bevölkerung aufhört zu wachsen, es dann nicht mehr nötig sein würde,
neuen Boden in Bewirtschaftung zu nehmen.
In der Mitte würde eine horizontale Linie den Anteil der Arbeit,
den Lohn, darstellen. Der Reallohn des Arbeiters bleibt stationär, denn
er erhält stets nur die zu seinem Lebensunterhalt nötige Getreidemenge,
q „Sobald die Löhne die Gesamtsumme der Einnahmen des Pächters
haben, kann keine Anhäufung von Kapital mehr stattfinden, da kein weiteres r
Zinsen abwerfen kann; eine weitere Vermehrung der Arbeit (lies: Arbeiter) ist
unnötig, und die Bevölkerung hat ihr Maximum erreicht.“
erreicht
Kapita 1