(1468) 1877 Juli 23
das davon herkommende Nervenderangement. Schwächeres Bad
daher, aber essentiellement von selber Zusammensetzung.
Ferner habe ich eben der Kosten halber eine Hauptsache im-
mer vernachlässigt, die Nachkur. Bei den ungleich geringeren
Reisekosten und dem Verschluß des Hauses (in Hut von Withers)
während der Kurzeit wären durch die Verlegung von Karlsbad
nach Neuenahr alle diese Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.
Hence q. e. d. Ich hoffe, daß Du damit einverstanden.
Nun zu anderm, zunächst zu Hirsch.
Er hat sich sehr gut herausgemacht und seine Zeit nicht ver- ı
loren. Ich habe ihm unter anderm über die französische Statistik
den Zahn gefühlt und ihn ä la hauteur gefunden. Er hat mir auch
Interessante Mitteilungen über die fast all gemeine Um-
wandlung aller französischen industriellen Geschäfte in jointstock
company-Geschäfte gemacht. Einmal dies erleichtert durch die x
Gesetzgebung während des Empire. Zweitens liebt der Franzos
das Geschäft nicht, sondern will womöglich als Rentier leben. Da-
zu diese Form des Geschäfts natürlich a godsend.
Nach Hirsch (hier sieht er vielleicht zu rot) die Offiziere der
französischen Armee, mit Ausnahme der höchsten, republikanisch. %
Jedenfalls ein charakteristisches fact, daß Gallifet (die Affäre mit
der Beaumont faktisch, wie Hlirsch] versichert hat, nach weiteren
recherches) sich in eigenhändigem Brief Herrn Gambetta ange-
boten und daß selber Gallifet, nach der Absetzung des Präfekts
seines Garnisonplatzes durch Broglie, nebst Generalstab dem be- 2
angnadigten Präfekten Kondolenzvisite abgestattet. Wenn das am
dürren Holz geschieht etc. Andrerseits unter den Unteroffizieren,
die zum größten Teil aus neuen Leuten bestehn, allgemein der
Glaube verbreitet, daß Mac Mahon die Kammer verjagt hat, weil
sie die Lage der Unteroffiziere durch Reihe von Vorschlägen zu zo
verbessern suchte.
Über alles, was im Elysee vorgeht, weiß man täglich alles in
Paris, da die bonapartistischen tapageurs, die dort ein und aus
gehn, nicht das Maul halten. Mac Mahon höchst erbittert. Dies
Vieh, dessen erstes historisches Wort: JT’y suis, j’y reste; dessen 2
zweites: C’est assez, spricht jetzt sein letztes Wort. Er sagt von
Morgens bis Abends: „Merde!“
Hirsch ist wütend über das „Vorwärts“, sowohl die Dühring-
affäre als das „Nieder mit der Republik“. Er hat in höchst derber
Weise an den Vorstand (Geib etc.) über beides geschrieben. Er
sicht jetzt auch ein, daß die Fusion die Partei theoretisch und prak-
fisch degradiert hat. .
Mit Bezug auf das „Nieder mit der Republik“ bemerkt er, daß
der große Hasenclever als preußischer Soldat (wahrscheinlich
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