Full text : Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

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(1550) 1882 Nov. 11

Die Unart, mit der Dilke unbequeme Fragen beantwortet, ist
in der Tat auffallend, scheint aber dem liberalen Parvenüzeug, das
hinter ihm sitzt, recht sehr zu gefallen. Nun, sie werden auch bald
die Cloture zu fühlen bekommen. Die Geschichte in Gibraltar wird
immer fauler, nicht nur die Polizei, sondern auch ein Magistrat,
also ein Richter, hat die Auslieferung befohlen, der Gouverneur
 liest sie in der Zeitung und tut nichts! Inzwischen rücken die
Russen immer näher auf Persien und; Afghanistan los, bauen Stra-Ben
 nach Mesched in Persien und von Samarkand durch Bochara
nach Bolch (Baktra der Alten) in Afghanistan, mogeln in der v
Türkei, so daß es sogar ihrem Protege Aleko Pascha in Ostrumelien
 zu arg wird, aber dafür haben weder der große Gladstone
noch der kleine Dilke Augen. Die Russen haben sicher etwas vor
[ür das neue Frühjahr. Wie es aber mit ihrem Kredit steht, wirst
Du aus der Annonce der Prioritätsanleihe der Poti-Baku-Eisen- x
bahn gesehn haben. Hinter eine Gesellschaft müssen sie sich stekken,
 und noch dazu zu welchen Bedingungen!
Im Sozial-Demokrat hat Vollmar seine Kampagne für Malon
eröffnet, — an dem doucerösen. Ton der Apologetik am Schluß
des Artikels erkennt man direkt Malons Zuflüsterung. Was sagst 2
Du aber zu Wilhelms Panegyrikus auf Bennigsen in der Justice?
Das ist denn doch stark selbst für den biedern Wilhelm.
Das Schweizer Fabrikgesetz ist ebenfalls bei der heutigen Sendung.
 Den Oldenburgschen Artikel werde ich bei Bernstein bei
erster Gelegenheit bestellen. B[ernstein] wird sich wohl etwas be- »
sinnen, ehe er mir schreibt; in der französischen Geschichte habe
ich ihm aus seinen eignen Gründen so sehr das Gegenteil seiner
Schlüsse nachgewiesen. daß er kaum noch etwas wird sagen
können.
Mit dem Debattenschluß ist das Unterhaus nunmehr ganz auf ,
das Niveau einer kontinentalen Kammer herabgesunken, bei seiner
 jetzigen Zusammensetzung ist das auch eine ganz angemessene
Stellung.
Auf Näheres über das bei München angestellte Deprezsche Experiment
 bin ich sehr begierig; wie dabei die bisher gültigen und z
auch noch von den Ingenieuren praktisch angewandten (in ihren
Rechnungen) Gesetze der Berechnung des Leitungswiderstandes
bestehn können, ist mir total unklar. Man rechnete bisher, daß der
Widerstand zunahm, bei selbem Leitungsmaterial, im Verhältnis
 wie der Querschnitt des Leitungsdrahts abnahm. Ich wollte, 4
die Sachen wären aus dem Longuet herauszuschlagen, Das Ding
macht auf einmal die ganze kolossale, bisher brachliegende Masse
von Wasserkräften nutzbar.
Jetzt aber ans Packen der Zeitungen. Hier ist Alles wohl.
Dein F. E.

7 18—992
            
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