Kapitel i Die Hedonisten.
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dag hedonistische Maximum, das mit den gegebenen Bedingungen verträglich
war, verwirklicht: wird doch gesagt, daß Esau Hungers starb 1 ),
und war es in diesem Fall für ihn nicht äußerst vorteilhaft, Nahrungsmittel
zu erhalten ? Und wenn Jakob ihm, statt der Linsen, eine Flasche
Absinth verkauft hätte, so würde vom hedonistischen Gesichtspunkt
aus der Tausch ebenso das Maximum an Befriedigung verwirklicht haben,
denn der Grenznutzen oder die Ojphelimität haben ebensowenig etwas
mit der Hygiene wie mit der Moral zu schaffen.
Alles, was ein Hedonist in dem vorliegenden Falle sagen kann, ist
folgendes: wenn es anstatt eines einzigen mehrere Jakobs gegeben hätte,
die Linsen anboten, so würde Esau einen vorteilhafteren Handel haben
absehließen können 2 ). In diesem Sinne behauptet daher die hedonistische
Schule die Überlegenheit der Konkurrenz über das Monopol. Es wäre
aber falsch, ihre Meinung so zu verstehen, daß Esau nicht von Jakob ausgebeutet
worden sei oder daß sie diejenigen rechtfertigen wolle, die seitdem
von ihren Brüdern ausgebeutet worden sind 8 ).
Ebenso erklärt v. Böhm-Bawerk hinsichtlich des Zinses ganz ausdrücklich
in der berühmten Theorie, die seinen Namen trägt, daß er nur
e ine Erklärung der Tatsache des Zinses, und nicht eine Rechtfertigung
suche. Böiim-Bawerk kritisiert die normativen Erklärungen des Zinses,
die man seit Jahrhunderten zu finden gesucht hat. Er bemüht sich im
besonderen, nachzuweisen, daß der Zins weder eine Gewinnbeteiligung
an der Produktivität des Kapitals ist, noch auch eine Mietszahlung für
den Gebrauch des Kapitals, noch ein von der Börse dem ausgebeuteten
Borger auferlegter Tribut, sondern daß der Zins der Preis für die Zeit
ls t; oder, anders ausgedrückt, der Wertunterschied zwischen einem
heutigen Gute und demselben, aber zukünftigen Gute. Er ist die
Tatsache eine Austausches, des Tausches eines gegenwärtigen gegen ein
zukünftiges Gut. Denn 100 Fr., die in einem Jahre zahlbar sind, sind nicht
9 Der Verfasser bezieht sich hier auf die franz. Bibelübersetzung, wahrscheinlich
die von L. Segond, die I. Moses 25, 32 lautet: „Voici, je m’eri vais mourir“ (Siehe ich
bin am Sterben). In der LuTHER’schen Übersetzung heißt es: „Siehe, ich muß doch
Sterben“ und in der kritischen Bibelübersetzung von Kautzsch (3. Aufl. 1909), „Ach
ich muß schließlich doch sterben“.
Bei den Schlußfolgerungen des Verfassers darf nicht vergessen werden, daß er
anninimt, Esau sei dem Tode nahe gewesen (Anm. d. Übers.).
2 ) Er könnte auch noch sagen, daß der Handel für Esau vorteilhafter gewesen
wäre, wenn Jakob viel mehr Linsen gehabt hätte, als er überhaupt verbrauchen konnte,
denn, sogar unter der Herrschaft des Monopols sind für den Käufer günstige Umstände
möglich.
3) Vixfredo Pareto sagt: „Zum Zwecke unserer Demonstration haben wir angenommen,
daß die wirtschaftlichen Güter in Besitz genommen sind. Es würde daher
eine petitio principii sein, wenn man aus dem eben bewiesenen Theorem den Schluß
ziehen wollte, daß die Besitzergreifung der wirtschaftlichen Güter ein Maximum
an Wohlstand hervorruft.