Full text : Kartoffelstärkeindustrie und Kartoffelbrennerei (Teil 2)

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3) Zuckerrübenanbau.
Für die Beurteilung der Stellung der Brennerei in der ausgesprochenen Zucker--übenwirtschaft
 erschien von Wichtigkeit: 1. die Tatsache, daß der Zuckerrübenbau
:n Gestalt der Blätter und Schnitzel gleichfalls Winterfutter liefert, 2. die Tatsache,
3aß ein starker Kartoffelbau neben dem Rübenbau zu ungünstiger Arbeitshäufung
#ühren kann. Um beiden Gesichtspunkten Rechnung zu tragen, wurde neben einer
„otkleefähigen Mindestfläche von über 75 °/, der Ackerfläche als Kriterium gewählt
das Verhältnis der Zuckerrüben- zur Kartoffelfläche, und es wurden die folgenden
peiden Klassen gebildet:
Klasse Ia über 75% der Ackerfläche kleefähig, Zuckerrübenfläche größer
als Kartoffelfläche;
Klasse Ib über 75°, der Ackerfläche kleefähig, Zuckerrübenfläche über
50%, der Kartoffelfläche.
Da bei den ausgesprochenen Zuckerrübenwirtschaften infolge der Güte des Bodens
ınd des starken Anfalls an Blättern und Schnitzeln das Wiesenverhältnis eine geringere
 Rolle spielt als bei den übrigen Wirtschaften, wurde hier von einer Unterzruppierung
 in sechs Wiesenklassen abgesehen, und es wurden nur zwei Unterzruppen
 nach dem Wiesenverhältnis gebildet:
Ia a—d Ib a—b
e—1 c—ft

_ 2.Kartoffelverwertung (Verkehrslage).
Die Brennerei ist für ein Gut um £o wichtiger, je beschränktere Möglichkeiten
5 für den Absatz der Kartoffeln hat. Als Absatzmöglichkeit kommt in den Gebieten
 westlich der Elbe nahezu ausschließlich der Speisekartoffelverbrauch in
Frage; östlich der Elbe tritt neben diese Hauptverwertungsform der Verkauf von
Saatgut und von Kartoffeln für industrielle Zwecke (meistens Stärkeindustrie). Der
Futterkartoffelverkauf spielt demgegenüber eine geringe Rolle. Unter den Beschränkungen
 der Absatzmöglichkeit interessieren hier nur die auf die Lage des
%Autes zurückzuführenden. Sie Können teils auf allgemeiner Ungunst der Lage zum
Absatzgebiet, teils auf ungünstiger Verkehrelage zur Verladestation beruhen. Die
Lage zum Absatzgebiet blieb bei der Eingruppierung der Fragebogen unberücksichtigt,
 weil sie in der Regel nicht einzelne Güter, sondern ganze Landesteile betrifft.
Sie wird bei der Beurteilung der Ergebnisse besondere Würdigung finden müssen.
Andererseits gibt es auch Fälle, wo einzelne Güter sich in besonders günstiger
Absatzlage (Nachbarschaft einer Großstadt) befinden. Auch sie: konnten nicht
serücksichtigt werden, weil sich eine einwandfreie Abgrenzung nicht finden ließ.
Es blieb deshalb nur übrig, die Verkehrslagezur Bahnstation,
lie sich sowohl in einer Erschwerung der Abfuhr verkaufter Kartoffeln wie der
Anfuhr gekaufter Kraftfuttermittel auswirkt, zu berücksichtigen. * Das geschah
in der Weise, daß diejenigen Güter, die mehr als 5 km Landweg bzw. 10 km Kunststraße
 von der Verladestation entfernt liegen, in eine besondere Klasse eingereiht
wurden. In der nachfolgenden Gruppierung wurden Mängel in der Verkehrslage*)

‘\ Mängel in der Verkehrslage finden sich in
Istpreußen bei 11 Betrieben = 9,0 %
Dommern, Mecklenburg „ 29 =/.
Grenzmark 3 ES
3randenburg
Schlesien 7
Provinz Sachsen
Freistaat Sachsen
Jüddeutschland Bl ' Y = 3,5 %
zusammen bei 132 Betrieben = 7,5 % der erfaßten Betriebe.
            
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