Object: Die deutsche Kali-Industrie 1930

Kaliwerke Aschersleben in Aschersleben 
Im Jahre 1895 brachen auch auf Schacht III 
yelegentlich einer Hochbohrung in den Kainitischen 
Hutsalzen die Wasser ein, und zwar mit solcher Ge- 
walt und in solch großen Mengen, daß das ziemlich 
ausgedehnte Grubengebäude innerhalb 24 Stunden 
vollständig unter Wasser stand. Für die Gesellschaft 
arwies es sich jetzt von Vorteil, daß man, gewitzigt 
durch die früheren Rückschläge, rechtzeitig an die 
Schaffung einer Reserveanlage gedacht hatte, In den 
Jahren 1890—1894 ist nördlich von den ‘bisherigen 
Bergwerken Schacht IV abgeteuft, der das karnal- 
litische Lager unter einer 130 m starken Decke von 
Salzen, Anhydrit und jüngerem Steinsalz und einer 
mächtigen Buntsandsteinüberlagerung anfährt. 
Abgesehen davon, daß Schacht IV auf die Förde- 
rung von Karnalliten beschränkt ist, glaubten die 
Kaliwerke Aschersleben, ohne Reservebergwerk nicht 
auskommen zu können. Sie legten daher schon 1895 
im Ostteile der Gerechtsame den Schacht V an, der 
zenau nach Jahresfrist förderfähig wurde und neben 
Karnalliten auch hochprozentige Hartsalze erschloß. 
Alle Ascherslebener Kalischächte bauen auf einer 
herzynisch gerichteten Hebungslinie in der südlichen 
Fortsetzung des Staßfurt-Egelner-Sattels. Während 
lie Schächte I—IV auf dem Nordhang dieses Spezial- 
sattels stehen, sind die Grubenbaue des Schachtes V 
sowohl im Nord- als auch im Südhang vorgetrieben. 
Schließlich wurden noch in den Jahren 1912 bis 
1915 zur Ergänzung der bestehenden Anlagen und 
vor allem zum Zwecke der Erhaltung der immer 
xleiner werdenden Syndikatsbeteiligung die am Nord- 
westrand der Stadt Aschersleben gelegenen Schächte 
VI und VII abgeteuft, Die Grubenbaue dieser 
Schächte liegen in einer flachen Mulde, die sich an 
len Nordfügel des in der Nähe der Schachtröhren 
steil aufgerichteten Sattels anschließt. Die Mulde 
birgt ein regelmäßiges Karnallitvorkommen, 
Ende 1918 übernahmen die Kaliwerke Aschers- 
‚eben die Aktiengesellschaft Kaliwerke Hattorf, die 
von da ab Kaliwerke Aschersleben, Schachtanlage 
Hattorf, heißen. Bereits in den Jahren 1898 bis 1902 
sicherte sich die Bohrgesellschaft Hattorf durch 
nehrere fündige Bohrungen in dem Gebiet zwischen 
Vacha — Philippsthal — Heimboldshausen — Ransbach 
äinen großen Felderbesitz. 1905 wurde mit dem 
Schachtbau bei Philippsthal an der Chaussee Vacha— 
Hersfeld begonnen. Der Schacht, der beide Lager 
antrifft, wurde 1908 fertiggestellt. In den Folgejahren 
wurden die Kalilager näher untersucht und erwiesen 
sich von vorzüglicher Beschaffenheit. Das obere 
Lager besteht aus Hartsalzen, während das untere 
Lager neben Hartsalz auch Karnallit und Sylvinit 
;nthält. Der Ausbau von Hattorf zur Großanlage 
ing erst nach Uebernahme des Werkes durch die 
SEHE Aschersleben im Jahre 1918 vlanmäßig 
vor sich, 
In der Generalversammlung der Kaliwerke 
ischersleben vom 16. Juni 1922 wurde in Verbindung 
ait der Bildung des Großkonzerns Aschersleben- 
jalzdetfurth-Westeregeln die Fusion mit den Ver- 
inigten Chemischen Fabriken zu Leopoldshall A.-G. 
‚eschlossen, die ihr Vermögen als Ganzes unter Aus- 
ichluß der Liquidation mit Wirkung ab 1. Juli 1921 
vuf die Kaliwerke Aschersleben übertrug. 
1924 wurden die Tochtergesellschaften Gewerk- 
:chaft Lohser-Werke, Kunzendorf und Gewerkschaft 
Sronprinz Wilhelm, Ober-Ullersdorf, abgestoßen; 
1925 Verkauf der Kons, Braunkohlengrube Sophie 
ıei Wolmirsleben, 
1929 Lt. Gen.-Vers.-Beschl. vom 10. Januar 1929 
vurde das Stammaktienkapital um Rmk. 6,5 Mill. auf 
imk. 22 Mill. erhöht, 
Die Kaliwerke Aschersleben unterhalten Betriebs- 
lagen in ‚Aschersleben, in Philippsthal a.d. Werra. 
Schachtanlage Hattorf) und in Leopoldshall-Staßfurt 
Vereinigte Chemische Fabriken zu Leopoldshall, 
‚weigstelle der Kaliwerke Aschersleben). Während 
lie Ascherslebener und Philippsthaler Anlagen zur 
mzeugung von handelsüblichen Kalisorten und 
Tebenprodukten dienen, werden in Leopoldshalf 
iglich Nebenprodukt der Kaliindustrie und andere 
hemische Produkte hergestellt. 
Die eigene Kaliquote der Kaliwerke Aschers- 
eben beträgt nach der neuesten Quotentabelle 
9.1655 °/o vom Gesamtabsatz des Deutschen Kali- 
yndikats, Demgegenüber ist die Gesamtkonzern- 
‚uote 109,7010 % 0 groß, so daß 80.5355 °/oo auf die 
ıem Aschersleben-Konzern angeschlossenen Kali- 
verke entfallen. Die Kaliwerke Aschersleben sind 
m folgenden Kaliwerken maßgebend beteiligt: 
‘ollstedt, Berkhöpen, 
)raja I und Hl,’ Neusolstedt, 
“ariaglück, Habighorst, 
'ansbach, Adier-Kaliwerke, 
annoversche Kaliwerke Hope, 
dwig IL Schacht I—11, Adolfsglück, 
[eimboldshausen, Oberröblingen. 
Von den Konzernwerken sind in Betrieb Sollstedt, 
raja I und Mariaglück (letzteres fördert nur Stein- 
‚alz). Als Reservewerke haben zu gelten Craja II, 
zansbach, Hannoversche Kaliwerke und Ludwig II, 
Schacht II. Alle übrigen sind auf Grund der Be- 
timmungen des Kaliwirtschaftsgesetzes bis zum 
Jahre 1953 stillgelegt. 
Grundbesitz: Betriebsberschreibung, 
Die der Gesellschaft gehörenden Grundstücke stedt 2484927 qm, in den Gemarkungen Philippsthal, 
haben eine Größe von 3300 057 qm; davon liegen ARöhrigshof, Harnrode (Kreis Hersfeld) und Vacha 
in den Gemarkungen Aschersleben und Groß-Schier- 525781 qm. in der Gemeinde Leonoldshall 258 355 am, 
Felderbesitz: , 
Der Gesamtfelderbesitz der Gesellschaft an verliehenem Bergwerkseigentum beträgt rund 56693 400 qm. 
Er umfaßt die Bergwerke: 
Zornitz . . . 
Groß Schierstedt 
Askania . . . 
Winningen . . . 
Schmidtmann XXL. 
Schmidtmann X 7TM 
Schmidtmann X 
Schmidtmann Xu“ 2. 2... 
Schmidtmann XXVI, nördlich . 
Schmidtmann XXVI. südlich .
	        
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