Devadatta.
35
stoßen werden. Buddha schlug ihm diese Forderungen ab. Es
gelang aber Devadatta mit Hilfe des Mönches Kokslika
500 Mönche abtrünnig zu machen. Nach den älteren buddhistischen
Texten war sein Erfolg freilich nur von kurzer Dauer. Säri-
putra und Maudgalyäyana gingen ihm nach, und als Devadatta
schlief, predigten sie den Abtrünnigen die reine Lehre und bewirk
ten dadurch, daß alle außer Kokälika wieder zu Buddha zurück
kehrten. Als aber Devadatta von seinem Mitschuldigen aufgeweckt
wurde und erfuhr, was geschehen war, da stürzte ihm ein Strom
heißen Blutes aus dem Munde. Nach einer jüngeren Quelle war
Devadatta danach neun Monate lang krank und faßte deshalb
den Entschluß, Buddha um Verzeihung zu bitten. Seine Schüler
trugen ihn in einer Sänfte zu Buddha, der ihn aber nicht sehen
wollte, weil seine Sünden so groß seien, daß ihm zehn, hundert,
ja tausend Buddhas nicht helfen könnten. Devadatta hatte aber
so große Sehnsucht nach dem Herrn, daß er aus der Sänfte sprang.
Ehe er aber noch den Erdboden berührte, schlugen Flammen aus
der tiefsten Hölle hervor und umhüllten seinen Leib. In seiner
Angst rief er um Hilfe und sagte ein Loblied auf Buddha her.
Das half ihm aber nur für die Zukunft. Zunächst fuhr er zur
Hölle und erhielt einen 1600 Meilen langen glühenden Leib.
Man beachte, daß die jüngere Quelle hier ehrlicher ist als die
ältere. Nach der älteren kehrten alle Mönche zurück, nach der
jüngeren bringen Schüler den Devadatta zu Buddha. Nur das
letzte stimmt zu der Tatsache, daß es noch im siebenten Jahrhun
dert nach Chr. Mönche von der Regel des Devadatta gab.
Das Leben des Buddha verfloß sonst im allgemeinen ganz gleich
förmig. Er zog im Lande umher, überall seine Lehre verkündigend
und Anhänger werbend. Das indische Klima legte ihm aber eine
Beschränkung auf. Um die Mitte des Juni beginnt in Hindustan
die Regenzeit, die bis Oktober dauert. Der Südwest-Monsun, der
zuerst die Küste Malabar in Dekhan im Mai erreicht, dringt von
dort allmählich in das Tiefland Indiens vor und bringt gewaltige
Gewitter mit starken Regengüssen mit sich. Das ist die Zeit für
die Erfrischung von Mensch und Tier. Die ausgedörrte Erde
treibt neues Grün; üppig sprießen in unglaublich kurzer Zeit die
Kräuter hervor; in Wald und Feld wird es lebendig. Während
aber die Natur arbeitet, muß der Mensch ruhen. Die Erde ist
so aufgeweicht, daß es auf weite Strecken hin unmöglich ist zu
gehen. Die Kaufleute kehren mit ihren Karawanen nach Hause