Full text: Das Baugewerbe in der Volks-, Berufs- und Betriebszählung von 1925

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Das Verhältnis der Zahl der selbständigen Meister zur Zahl der 
Gesellen und Lehrlinge ist in den genannten Berufen sehr ver- 
schieden. Setzt man die Gesamtzahl der Berufsangehörigen gleich 
100, so entfallen auf die Meister Gesellen und Lehrlinge 
bei den Maurern ..... ....,....... 7,9% 92,1 % 
„ Putzern und Stukkateuren .. 15,5 84,5 ,, 
Töpfern......... 33,0 ,, 67,0 ,, 
Glas az rm BB 61,9 ,, 
„ Brunnenbauern............ 39,1, 60,9 ,, 
Die Aussicht des Uebergangs in eine selbständige Tätigkeit war 
auf Grund der Ergebnisse für das Jahr 1925 für die Maurer am 
geringsten. Hier hatte nur etwa jeder zwölfte Maurergeselle oder 
Lehrling diese Aussicht, bei den Stukkateuren bereits jeder fünfte, 
bei den Töpfern, Glasern und Brunnenbauern etwa jeder zweite. 
Das zahlenmäßige Verhältnis der Meister zu den Gesellen und Lehr- 
lingen ist, wie die Tabelle und die graphische Darstellung zeigen, in 
den einzelnen Altersgruppen sehr verschieden; mit höherem Alter 
nimmt der Anteil der Selbständigen dauernd zu. 
Die entsprechenden Zahlen für einen vor dem Kriege liegenden 
Zeitpunkt können wegen der für die Berufsstatistik vorhandenen 
Vergleichsschwierigkeiten nicht gegeben werden, doch ist es bei dem 
Vordringen des Großbetriebes auch im Baugewerbe, das an anderer 
Stelle dargelegt worden ist, nicht zweifelhaft, daß der Anteil der 
Selbständigen an der Gesamtzahl früher größer war. Je mehr die 
Großbetriebe das Feld beherrschen, desto kleiner wird natürlich 
die Möglichkeit eines Uebergangs zur Selbständigkeit. 
Die großen Bauunternehmungen und das Bestreben der großen 
Industriebetriebe, Bauarbeiten in eigener Regie durchzuführen, unter- 
graben mehr und mehr die Möglichkeit einer selbständigen Be- 
tätigung. Dieses Aussterben der selbständigen Handwerksmeister 
macht sich zunächst in einer Ueberalterung geltend. Die schon vor- 
handenen Meister werden älter und älter und die jüngeren Kräfte 
ziehen es in Anbetracht der Konkurrenz und des Risikos vor oder 
müssen es aus Mangel an Kapital vorziehen, in abhängiger Stellung 
zu bleiben. Eine einigermaßen bezahlte und gesicherte Werkmeister- 
stellung erscheint vielen Menschen vorteilhafter als das Dasein eines 
kleinen Handwerksmeisters. Diese Ueberalterung kann zahlenmäßig 
nur für die Maurer und Glaser nachgewiesen werden, da vergleich- 
bares Zahlenmaterial nur für diese beiden Berufe vorliegt.
	        
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