Full text: Das Baugewerbe in der Volks-, Berufs- und Betriebszählung von 1925

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In den Altersklassen unter 40 Jahren ist der Anteil heute kleiner 
als früher. Bei den Maurermeistern waren vor dem Kriege 40,4 % 
unter 40 Jahre alt, im Jahre 1925 sind es nur noch 28,9 %, Bei den 
Glasern ist der Rückgang der Jüngeren noch stärker, nämlich von 
12,3 % auf 26,5 %. Man darf allerdings nicht übersehen, daß durch 
die Kriegsverluste auch in der Alterszusammensetzung der Gesamt- 
zahl aller Erwerbstätigen Verschiebungen eingetreten sind. Vor dem 
Kriege waren 66,3 % aller erwerbstätigen Männer jünger als 40 Jahre, 
heute dagegen nur noch 61,8 %, Die Spanne ist bei den Maurer- und 
Glasermeistern aber größer als bei den übrigen Erwerbstätigen, so 
daß auch über die Wirkungen der Kriegsverluste hinaus eine Ueber- 
alterung festzustellen ist. 
Der Uebergang zur Selbständigkeit wird also auch für die Bau- 
arbeiter immer seltener werden, da diese wohl unabänderliche Tat- 
sache im Zuge der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung Kiegt. 
VI. Bauarbeiter und Nebenberulfe. 
Die Abhängigkeit der Bauarbeit von der Witterung hat die Bau- 
arbeiterschaft seit jeher stärker als andere Berufe der Gefahr der 
Arbeitslosigkeit ausgesetzt, die sich besonders in einem saison- 
mäßigen Ansteigen der Arbeitslosenzahlen im Winter auswirkte. Alle 
organisatorischen Maßnahmen im Bauwesen haben bisher die un- 
liebsamen Einflüsse der Natur nicht ausschalten können. Es ist daher 
erklärlich, daß die Bauarbeiterschaft bestrebt sein muß, sich diesen 
Gefahren nach Möglichkeit zu entziehen. Es stehen hier verschiedene 
Wege offen; das Streben nach einem möglichst hohen Lohn, der Er- 
sparnisse für die Zeit der Arbeitslosigkeit ermöglicht, das Streben 
nach dem Ausbau der behördlichen oder der gewerkschaftlichen 
Arbeitslosenversicherung und nicht zuletzt die Ausübung eines 
zweiten Berufes, um so durch eine andersgeartete Arbeit den Lohn- 
ausfall in den Zeiten der Arbeitslosigkeit zu überwinden. Als zweite 
Erwerbsquelle kommt in erster Linie eine Betätigung in der Land- 
wirtschaft, und zwar die selbständige Bewirtschaftung eines kleinen 
Besitztums oder eines Pachtgrundstücks in Frage. Es liegt hierin 
zwar keine zeitliche Arbeitsteilung; denn die Landwirtschaft er- 
fordert ebenfalls im Sommer die größte Arbeitsleistung, und mancher 
Maurer, der tagsüber in der Stadt gearbeitet hat und mit der Bahn 
oder dem Rade abends zurückkehrt, muß dann noch die Sense zur 
Hand nehmen. Die Bewirtschaftung des Besitzes ruht daher zum
	        
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