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zu 50 Prozent. je Arbeiter, sowie eine erhebliche Abnahme der
Abfälle oder des Ausschusses, bis zu 60 Prozent — also Wirkun-
gen, die sowohl der technischen als auch der sozialen Rationali-
sierung entsprechen.
Fähigkeitsschulung und Arbeitserziehung. ;
Neuerdings widmet man sich in mehreren Ländern einer Auf-
yabe, die als »Wertarbeit« oder »Fähigkeitsschulung« der jugend-
ichen und anderer Arbeiter bezeichnet wird, worüber z. B. Professor
ingenieur A. Friedrich, Karlsruhe (1926) schrieb. Jeder Mensch,
heißt es da, trägt, oft unbewußt, Belastungen, Angst vor Mißerfolg
in sich, erzeugt aus dem Gefühl, nicht frei- handeln zu können. (Die
noderne. »Individualpsychologie« spricht in diesen Fällen von
‚Minderwertigkeitsgefühlen«.) Für die Betriebspolitik folgert man
aus dieser Erkenntnis, daß es irrationell ist, einem Arbeiter von
vornherein zu (relativ) schwere Aufgaben zu stellen; er soll nur
gradatim zu schwierigeren Aufgaben verwendet werden, und nennt
lies »Staffelung der Aufgaben«. Ist damit auch kaum mehr Einsicht
gewonnen, als das alte Wort »Aller Anfang ist schwer« besagt,
so gehen die Vertreter dieser Lehre aber weiter und wollen Mittel
anwenden, die das Interesse des Arbeiters wecken sollen. Es
bedeute für die Volkswirtschaft einen großen Verlust an Kraft und
Geld, daß der Arbeiter oft teilnahmslos während der Arbeit bleibt,
um dann am Feierabend mit frischen Kräften in seinen Beschäfti-
gungen aufzugehen. Man schlägt nun folgende Mittel der Abhilfe
vor: Jugendschulung, d.h. dort ist zu beginnen, wo dem Menschen
noch nicht zuviel Belastungen . (s. oben) entgegenwirken, und
Fähigkeitsschulung, »um eine innere Verbindung von Mensch
und Arbeit zu Schaffen«, Das spezifisch Neue und auch praktisch-
rationell Wertvolle dieser Richtung liegt darin, daß man nicht die
ganze Fähigkeit zur Verrichtung einer bestimmten Arbeit, z. B. des
Feilens, anstrebt, sondern danach, »Teiltätigkeiten« (»Auswirkungs-
felder«<), die. dieser Arbeit zugrunde liegen, beherrschen zu lernen.
Beim Feilen z. B. sind dies: die Beherrschung der Druckverlagerung,
des Geradeführens der Feile und des rhythmischen Arbeitens;
beim Schmieden die Beherrschung der Schlagstärke, das Abfühlen
des Materialwiderstandes u. a. Arbeitspsychologisch richtig, . daher
auch rationell, ist, daß die schnelle, richtige Handhabung aller Feil-
arbeiten netwendig ist, . wenn .eine sorgfältige, rasche Erledigung