Full text: Das Baugewerbe in der Volks-, Berufs- und Betriebszählung von 1925

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Stils angesprochen werden müssen, von hervorragender Bedeutung. 
Der Uebergang vom Agrarstaat zum vorwiegenden Industrie- und 
Handelsstaat hat weitgehende Umsiedlungen zur Folge gehabt. Der 
Bevölkerungsüberschuß strömte in die Städte ab, die als die Haupt- 
sitze der industriellen Betriebe und der Handelsunternehmungen 
eine starke Anziehungskraft ausübten. Bei der Berufszählung des 
Jahres 1907 lebten 29 Millionen Menschen, also nahezu die Hälfte 
der damaligen Bevölkerung, nicht mehr an ihrem Geburtsort. Davon 
waren 9 Millionen oder fast der siebte Teil der Reichsbevölkerung 
aus der engeren Heimat in entferntere Gebiete des Reiches ab- 
gewandert. Aus dem vorwiegenden Landvolk ist so im Laufe weniger 
Jahrzehnte ein überwiegendes Stadtvolk geworden. Sieht man die 
Bevölkerung der Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern als 
ländliche Bevölkerung an, so gehörten im Jahre der Reichsgründung 
bei einer Bevölkerung von 41 Millionen (früheres Reichsgebiet) 
26,2 Millionen oder 63,9 % zur ländlichen Bevölkerung. Heute liegt 
das Verhältnis gerade umgekehrt. Die 22,2 Millionen Landbevölke- 
rung im heutigen Reichsgebiet bilden nur noch 35,6 % der Einwohner 
des Reiches und 40,1 Millionen oder 64,4 % leben in den Städten. 
Eine besonders starke Anziehungskraft bewiesen die Großstädte. 
Im Jahre 1871 wohnten in den damaligen 8 Großstädten rund 
2 Millionen Deutsche oder 5% der Bevölkerung. Heute leben 27 % 
der Einwohner des Reiches in den 45 Großstädten (mit mehr als 
100 000 Einwohnern), die bei der Zählung von 1925 festgestellt wur- 
den. Die Zahl der Großstädte ist seitdem auf 50 angestiegen. Jeder 
vierte Deutsche ist heute ein Großstädter, jeder sechzehnte ein 
Berliner. 
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Die Veränderungen in der Siedlungsweise haben den Bedarf an 
| Bauten aller Art und damit auch die Aufgaben und die Technik des 
Baugewerbes nachhaltig beeinflußt. Die Arbeiter-, Angestellten- und 
Beamtenmassen der Städte und Großstädte haben andere Wohnungs- 
gewohnheiten, andere Lebensbedürfnisse und auch eine andere 
finanzielle Leistungsfähigkeit als die vorwiegend landwirtschaftlich 
tätige Bevölkerung des platten Landes. Die Bevölkerungsstagnation 
auf dem Lande erlaubt im großen und ganzen nur einen Ersatz der 
alten Wohnhäuser, der bei der Anhänglichkeit des Bauern an das 
Althergebrachte stets nur sehr langsam vor sich geht. Der Bauer 
ist auch viel eher als der Städter geneigt und in der Lage, bei Neu- 
bauten und Ausbesserungsarbeiten selbst Hand anzulegen. Das
	        
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